Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 064 - 29.09.2017

DGB: Befristungen unter Kontrolle bringen

Die Arbeitsmarktdaten für September in Hessen geben aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen Anlass für eine optimistische Prognose hinsichtlich der Arbeitsmarktentwicklung in den bevorstehenden Herbst- und Wintermonaten. Allerdings geht die verhältnismäßig große Arbeitskräftenachfrage in zahlreichen Branchen für Berufseinsteiger bzw. Wiedereinsteiger oftmals mit einer oder mehreren Befristungen einher.

„Befristungen von Arbeitsverhältnissen müssen endlich unter Kontrolle gebracht werden. Der Arbeitsmarkt in Hessen funktioniert auch ohne die benachteiligenden Regelungen im Teilzeit- und Befristungsgesetz“, so die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing. „Unter anderem muss das Instrument der sachgrundlosen Befristung ersatzlos gestrichen und der Missbrauch von Kettenbefristungen verhindert werden.“

Prekäre Beschäftigungsformen wie sachgrundlos befristete Arbeitsverhältnisse seien für die Betroffenen nicht nur ein kurzfristiges Problem. Ihnen entgehen auch Rentenansprüche durch den zumeist bestehenden Lohnabstand zu unbefristet Beschäftigten. Nicht unerheblich sind die dadurch fehlenden Einnahmen in den Kassen der sozialen Sicherungssysteme – Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung – zulasten aller, so Kailing.

Hintergrund

Befristet Beschäftigte leben permanent in Ungewissheit und fühlen sich zu Recht als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zweiter Klasse. Sie haben grundsätzlich keinen Kündigungsschutz am Ende des Arbeitsverhältnisses. Allein deshalb sind sie nicht selten auf dem Verliererposten, wenn es um die Verlängerung des Arbeitsvertrages oder gar eine Entfristung geht. Ein Wohnungswechsel ist zudem schwierig bis unmöglich, weil Vermieter Nachweise über ein verlässliches Einkommen verlangen, an Immobilienkredite ist schon gar nicht zu denken. Belegt sind neben deutlichen Einkommensnachteilen gegenüber unbefristet Beschäftigten auch ein Wechselspiel zwischen Unsicherheit im Job und psychischer Belastung. 

Mehr Informationen zu den Forderungen des DGB finden Sie hier http://www.dgb.de/-/EXd

 

 


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