Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 1 - 03.01.2018

DGB: Herausforderungen für den hessischen Arbeitsmarkt 2018

Der stabile Arbeitsmarkt in Hessen bietet aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen eine sehr gute Voraussetzung dafür, dass eine Reihe von arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen im neuen Jahr gestemmt werden können.

„Der beruflichen Weiterbildung kommt angesichts der Digitalisierung von Arbeit, damit einhergehenden veränderten Arbeitsbedingungen und einem steigenden Renteneintrittsalter eine Schlüsselrolle zu,“ so der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph, anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den Monat Dezember 2017. „Wir fordern daher eine Qualifizierungsoffensive, im Zuge derer sich alle Beschäftigten für diese Veränderungen fit machen können.“ Hierbei seien auch die sogenannten Übergangssysteme den neuen Herausforderungen anzupassen.

Angesicht der großen Arbeitskräftenachfrage sei auch nicht nachvollziehbar, weshalb überhaupt noch junge Menschen an der Schwelle zum Übergang ins Berufsleben scheitern. „Unternehmen müssen endlich damit aufhören, ständig über vermeintlichen Azubi- bzw. Fachkräftemangel zu klagen, dann aber noch immer Bestenauslese zu betreiben.“

Die Arbeitgeber seien zudem weiterhin aufgefordert, zurückzukehren an den Verhandlungstisch und mit den DGB-Gewerkschaften Tarifverträge abzuschließen. „Die positive Beschäftigungsentwicklung ist auf den ersten Blick erfreulich, sagt allerdings nicht viel über die Qualität der Arbeitsverhältnisse aus. Erst ein auskömmlicher Lohn, die Gewährleistung umfassender Arbeitsschutzrechte, ein Gesundheitsschutz, der Belastungen reduziert und eine Arbeitszeit, die planbar und mit dem Leben vereinbar ist, drücken eine gute Arbeits- und Betriebskultur aus, von der Beschäftigte und Unternehmen profitieren,“ so Rudolph. Das gehe am besten mit Tarifverträgen. Die Landespolitik müsse hier mit gutem Beispiel voran gehen und das Tariftreue und Vergabegesetz nach den gewerkschaftlichen Prinzipien guter Arbeit novellieren.

Die Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit ist und bleibt eine wesentliche Aufgabe. Der DGB hält an seiner Forderung nach einem Landesarbeitsprogramm und dem Ausbau von öffentlich geförderter Beschäftigung fest und erwartet, dass die hessische Landesregierung endlich aktiv wird. „Jobcenter und Arbeitsämter hätten aus unserer Sicht damit einen erweiterten Handlungsspielraum für den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit und deutlich bessere Möglichkeiten, benachteiligten Zielgruppen stärker unter die Arme zu greifen.“ Das Hin- und Her zwischen Jobcenter und Arbeitsagentur müsse beendet werden und die Förderung müsse aus einer Hand kommen. Arbeitslose, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, müssten Weiterbildungsmöglichkeiten erhalten, die sie für den ersten Arbeitsmarkt fit machen.

Die neuen gesetzlichen Regelungen, die es für schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf Basis eines Budgets für Arbeit einfacher machen sollen, Zugang zum hessischen Arbeitsmarkt zu erhalten, müssten zügig umgesetzt werden. Rudolph: „Nun ist es an den Arbeitgebern zu zeigen, ob sie Willens genug sind, zukünftig wesentlich mehr schwerbehinderte Menschen auszubilden und zu beschäftigen und nicht nur darüber zu reden.“

 

Hinweis:

Weitere Informationen zu den Forderungen des DGB für eine bessere Arbeitsmarktpolitik finden Sie in der Broschüre

Perspektiven eröffnen – Sozialen Aufstieg ermöglichen – Schutz stärken

Hintergrund Landesarbeitsprogramm: In Thüringen greift die Landesregierung mit dem Landesarbeitsprogramm seit vielen Jahren die Problemlagen von Menschen auf, die schwer Zugang zum Arbeitsmarkt finden. Im Rahmen des Programms werden Hemmnisse für eine dauerhafte Integration am Arbeitsmarkt individueller bearbeitet. Zudem ermöglicht es eine ressortübergreifende Koordination gezielter und nachhaltiger Maßnahmen.

 

 


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