Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 025 - 03.05.2017

Unternehmen beschäftigen zu wenig Menschen mit Behinderung

Von der guten Arbeitsmarktentwicklung und trotz zahlreicher Eingliederungsförderungen profitieren schwerbehinderte Arbeitslose bei weitem nicht so wie Nichtbehinderte. Das kritisiert die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den Monat April und mit Blick auf den europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am kommenden Freitag (5. Mai).

„Obwohl sie im Durchschnitt über bessere Bildungsabschlüsse verfügen, sind Menschen mit Behinderung häufiger und länger arbeitslos als nichtbehinderte Menschen. Wir fordern die Unternehmen in Hessen dazu auf, ihre Anstrengungen zur Integration Behinderter in den Arbeitsmarkt zu verstärken. Es bedarf zudem stärkerer Anreize für Unternehmen, die Beschäftigungspflicht ernst zu nehmen. Dabei sollten vor allem jene Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, die überhaupt keine Schwerbehinderten beschäftigen. Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung behinderter Menschen sollte zudem stark angehoben werden.“

In Hessen machten schwerbehinderte Menschen nur 5,2 Prozent aller Beschäftigten aus – bei privaten Arbeitgebern sind es 4,7 Prozent, bei öffentlichen Arbeitgebern sind es 8,0 Prozent. Damit liege Hessen zwar leicht über der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von 5 Prozent schwerbehinderter Beschäftigter. Dennoch beschäftigten von den 11.411 Unternehmen, die diese Auflage erfüllen müssen - weil sie mehr als 20 Mitarbeitern haben - jedes fünfte Unternehmen (2.468) keinen einzigen schwerbehinderten Beschäftigten.

Hinweis

Der Anteil der Schwerbehinderten an allen Arbeitslosen in Hessen beträgt aktuell 7,4 %. Unternehmen sind verpflichtet, mindestens 5 Prozent Schwerbehinderte zu beschäftigten. Dafür könnten sie auf zahlreiche Unterstützungsangebote bei Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zurückgreifen: Lohnkostenzuschüsse, kostenlose Ausstattung des Arbeitsplatzes oder Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb.

Die hier genannten Daten sind der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit für 2015 entnommen. http://bit.ly/2qrawp6

 


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