Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 059 - 30.10.2018

Rudolph: Alleinerziehende am Arbeitsmarkt stärker unterstützen!

Anlässlich der von der Bundesagentur für Arbeit heute vorgestellten Zahlen zur Arbeitsmarktsituation fordert der DGB Hessen-Thüringen verstärkte Anstrengungen zur Förderung alleinerziehender Mütter und Väter. „Die Spaltung auf dem Arbeitsmarkt hält trotz einer insgesamt positiv zu wertenden Entwicklung an. 34 Prozent der Alleinerziehenden in Thüringen sind auf Hartz IV angewiesen. Das ist deutlich mehr, als in jeder anderen Familienform“, so Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen. Ursache dafür seien vor allem fehlende Bildungsabschlüsse, die in vielen Fällen durch die familiäre Situation bedingt seien. Etwa 600 Alleinerziehende in Hartz IV hatten im März 2018 keinen Schulabschluss (13 Prozent) und rund 2.000 (40,6 Prozent) keinen Berufsabschluss.

„Eine berufliche Ausbildung ist der wirksamste Schutz vor Arbeitslosigkeit“, so Rudolph. „Daher brauchen Alleinerziehende mehr Unterstützung – insbesondere, wenn ihre Kinder vor oder während der Ausbildung geboren werden. Bei der Berufsausbildung zeigt die Praxis, dass Teilzeit-Ausbildungen am besten geeignet sind, um berufliches Fortkommen mit der Familie zu vereinbaren. Die Unternehmen sollten sich dafür stärker öffnen, Jobcenter und Arbeitsagenturen dies noch weiter fördern.“

Nach erfolgreichem Berufsabschluss müssen die finanziellen Rahmenbedingungen während der Weiterbildung verbessert werden. Rudolph: „Wer sich weiterbildet, muss einen Zuschlag auf Arbeitslosengeld oder Hartz IV erhalten, damit sich ein Abschluss mehr lohnt, als ein kurzfristiger Job im Niedriglohnsektor. Die Bundesregierung könne dies im laufenden Gesetzgebungsverfahren zum ‚Qualifizierungschancengesetz‘ noch mit aufnehmen.“


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