Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 051 - 20.09.2018

Fachkräfteentwicklung in Thüringen: DGB fordert Leitbild für Gute Arbeit

Anlässlich der am heutigen Donnerstag stattfindenden Anhörung zum Antrag der Fraktionen Die Linke., SPD und Bündnis ‚‘90/Die Grünen „Fachkräfteentwicklung in Thüringen: Beschäftigte halten, bilden und fördern“ erklärt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen:

„Wir begrüßen den Antrag der Regierungsfraktionen, weil er die zentralen Herausforderungen auf dem Thüringer Arbeitsmarkt aktiv angeht und versucht, die durch Digitalisierung und demographischen Wandel gekennzeichneten Entwicklungen politisch zu gestalten.

Thüringen braucht für eine zukunftsfähige Standortpolitik ein Leitbild für Gute Arbeit, das Arbeiten in Thüringen attraktiver macht. Dazu müssen vor allem die Löhne spürbar angehoben werden. Das geht am besten mit einem Tarifvertrag. Wer einen Tarifvertrag hat, stellt sich besser. Nicht nur beim Lohn, sondern auch bei anderen Leistungen wie Urlaubsanspruch oder betrieblichen Sozialleistungen.

Die am Dienstag vorgestellten Zahlen aus dem IAB-Betriebspanel sind diesbezüglich alarmierend: nur noch 18 Prozent der Thüringer Betriebe sind tariflich gebunden. Nicht mal jeder zweite Beschäftigte (43 Prozent) fällt unter den Schutz von Tarifverträgen. Dafür verantwortlich sind die Unternehmen, die immer seltener Mitglied in tarifschließenden Arbeitgeberverbänden sind und sich so der Tarifbindung entziehen. Eine hohe Tarifbindung ist elementar wichtig, um Thüringen als Arbeitsstandort attraktiv zu machen.

Zu einem modernen Leitbild für Gute Arbeit in Thüringen gehört aber auch eine Arbeitszeitpolitik, die sich an den Bedürfnissen der Beschäftigten orientiert. Die Beschäftigten brauchen Arbeitszeiten, die zum Leben passen und es ermöglichen, Beruf mit Privatleben zu vereinbaren.

Nicht zuletzt müssen die Unternehmen sich stärker an der betrieblichen Ausbildung beteiligen. Diese verharrt nach wie vor auf niedrigem Niveau. Gerade mal etwas mehr als jeder vierte Betrieb (26 Prozent) bildet laut IAB-Betriebspanel überhaupt aus. Wer selbst nicht oder qualitativ schlecht ausbildet, braucht sich über einen vermeintlichen Fachkräftemangel nicht zu beklagen. Wir fordern daher alle Beteiligten auf, an einer zukunftsfähigen Arbeitsmarktstrategie in den kommenden Jahren im Sinne der Thüringer Beschäftigten mitzuarbeiten.“

 


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