Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 035 - 31.05.2017

DGB: Schluss mit der sachgrundlosen Befristung

Angesichts der nach wie vor stabilen Arbeitsmarktlage und einer enorm großen Arbeitskräftenachfrage ist es aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen an der Zeit, die sachgrundlose Befristung endlich abzuschaffen. Nach Auskunft der Bundesregierung tragen befristet Beschäftigte im Vergleich zu unbefristet Beschäftigten ein erhöhtes Arbeitslosigkeitsrisiko. „Sachgrundlose Befristung hat nichts mit gegenseitiger Erprobung zu tun, sondern eher mit Willkür“, so die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den Monat Mai in Hessen. Die Abschaffung aller unnötigen Befristungsvarianten verbessert daher aus Sicht des DGB die Situation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ganz erheblich.

„Befristete Arbeitsverhältnisse werden nicht selten zu einer Dauerbewährungsprobe und setzen die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter erheblichen Druck. Insbesondere junge Menschen wissen über Jahre hinweg nicht, wo und wie sie zukünftig arbeiten werden. Ihnen fehlt so eine belastbare Perspektive, ohne die eine Lebensplanung zum Vabanquespiel wird. Damit muss Schluss sein.“

Prekäre Beschäftigungsformen wie sachgrundlos befristete Arbeitsverhältnisse seien für die Betroffenen nicht nur ein kurzfristiges Problem. Ihnen entgehen auch Rentenansprüche durch den zumeist bestehenden Lohnabstand zu unbefristet Beschäftigten und den sozialen Sicherungssystemen – Kranken, Pflege- und Rentenversicherung – entgehen erhebliche Einnahmen - zulasten aller, so Kailing.

Hintergrund:

Für Gewerkschaften zählen befristete Beschäftigungen, die häufig auch noch mit Lohnabstand gegenüber den unbefristeten einhergehen, zu den prekären Arbeitsformen. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat sich die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse in Hessen mehr als vervierfacht. Waren es 1996 51.000 befristete Arbeitsverhältnisse, so stieg die Zahl bis 2016 auf 222.000 an. Fast jeder Zweite musste im Jahr 2014 bei Arbeitsaufnahme hinnehmen, dass sie bzw. er nicht weiß, ob es nach Befristungsende weitergeht.

Quelle: http://dipbt.bundestag.de/extrakt/ba/WP18/807/80743.html

 


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