Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 081 - 28.08.2013

„Arbeit unter Druck“ – Wert und Würde der Arbeit müssen wieder hergestellt werden

PK Arbeit unter Druck

Von links nach rechts: Stefan Körzell, Bezirksvorsitzender DGB Hessen-Thüringen, Nicole Nestler, Leiterin des Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Hessen, Mihai Balan vom Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen e.V. DGB / Jasmin Romfeld

Stefan Körzell, DGB-Bezirksvorsitzender Hessen-Thüringen: „Mit dem Buch ‚Arbeit unter Druck‘ wollen wir aufzeigen, weshalb wir die Verhältnisse am Arbeitsmarkt für veränderungswürdig halten. Unser Ziel ist gute Arbeit statt perspektivloser Jobs. Das bedeutet gleiches Geld für gleiche Arbeit - für Leiharbeiter sowie für Frauen und Männer -, die Ausweitung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes auf alle Branchen, um Aushöhlung von Mindestbedingungen zu unterbinden, die Bekämpfung des Missbrauches von Werkverträgen zum Lohn- und Sozialdumping, mehr Mitbestimmungsrechte der Betriebsräte bei Leiharbeit und der Vergabe von Werkverträgen, faire Regeln für grenzüberschreitende Arbeit, dazu gehören auch Leiharbeit, Entsendung und Dienstleistungen, gute Beratung für mobile Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer schon in ihren Herkunftsländern und bessere europäische Mindeststandards für gute Arbeit - insbesondere zur Arbeitszeit, zum Arbeitsschutz und zur Mitbestimmung und nicht zuletzt einen flächendeckenden, gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro.“

Nicole Nestler, Leiterin des Landesbüros der Friedrich-Ebert-Stiftung in Hessen, zu den Hintergründen des Buches: „Die lange Erfahrung der Friedrich-Ebert-Stiftung mit arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Fragestellungen zeigt, dass zahlreiche Menschen oft keine Vorstellung davon haben, wie sehr und wie viele Beschäftigte ‚unter Druck‘ arbeiten und weshalb Veränderungen hin zu ‚guter Arbeit‘ notwendig sind. Es betrifft sie nicht und scheint weit weg zu sein. Mit dem Lesebuch 'Arbeit unter Druck' wollen der DGB und die Friedrich-Ebert-Stiftung erneut auf das Problem aufmerksam machen. In unserem Buch erzählen Menschen ihre Geschichten - persönlich, subjektiv und wertend. Gut verständlich, eben einfach lesbar. Wir wollen über das Buch mit denjenigen ins Gespräch kommen, für die ‚gute Arbeit’ bisher nur ein abstrakter Begriff war.“

Mihai Balan vom Europäischen Verein für Wanderarbeiterfragen e.V., der Beispiele, wie sie in dem Buch beschrieben sind, aus seiner täglichen Arbeit kennt: „Seit 2011 betreibt der Europäische Verein für Wanderarbeiterfragen in Partnerschaft mit dem DGB eine von sechs deutschlandweiten Beratungsstellen im Rahmen des Projektes Faire Mobilität. Die Arbeits- und Sozialrechtsberatung wird von den neuen Kolleginnen und Kollegen aus Mittel- und Osteuropa sehr stark nachgefragt. Ob in der Pflege, der Gebäudereinigung, am Bau, in der Fleischwirtschaft, im Transportdienstleistungsgewerbe oder den industrienahen Dienstleistungen – aus all diesen Branchen kommen mobile Beschäftigte in unsere Beratungsstelle und berichten uns von Fällen irregulärer Beschäftigung. Binnen des ersten Jahres hatten wir bereits ein Beratungsaufkommen von knapp 900 Personen. Die hohe Fallzahl kommt u.a. wegen den Großgruppen zustande, die uns aufsuchen und die beispielsweise am Bau einer Beschäftigung nachgehen.
 
Unzureichende Kontrollen lassen deren systematische Ausbeutung und Diskriminierung zu. Vor diesem Hintergrund gelingt es dem Lesebuch, den Begriff des Sozialdumpings zu veranschaulichen und ist somit auch für Laien sehr zugänglich.“

Hinweis: Das Buch „Arbeit unter Druck“ finden Sie hier

 

 

 


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