Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 016 - 16.03.2017

Equal Pay Day 2017: DGB fordert mehr Tempo bei der Gleichstellung

Anlässlich des bevorstehenden Equal Pay Day, der in diesem Jahr auf den 18. März fällt, fordert der DGB das Thema Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern nicht mehr auf die lange Bank zu schieben.

„Mit bundesweit durchschnittlich 21 Prozent Lohndifferenz klafft zwischen dem Gehalt von Frauen und Männern nach wie vor eine krasse Lücke, die endlich geschlossen werden muss“, so die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing. „Nach wie vor ziehen Frauen bei der Eingruppierung oder bei der Verteilung von Zulagen häufig den Kürzeren. Gehaltsunterschiede lassen sich nur zum Teil mit unterschiedlichen sozialen und beruflichen Merkmalen erklären. Bei allem anderen ist das Geschlecht entscheidend – und das ist Diskriminierung.“

Dringend geboten ist aus Sicht der Gewerkschaften die Aufwertung der Berufe, die hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden. Kailing: „Es gibt keinen Grund, warum ‚weibliche‘ Berufe in Gesundheit, Erziehung und Dienstleistung im Schnitt schlechter bezahlt werden als Berufe, die hauptsächlich von Männern ausgeübt werden.“

Der Kabinettsentwurf für ein Entgeltgleichheitsgesetz sei aus Gewerkschaftssicht einer von vielen dringend notwendigen Schritten. Allerdings müsse hier dringend nachgebessert werden. Der individuelle Auskunftsanspruch solle nur in Betrieben ab 200 Beschäftigten gelten. Frauen arbeiten mehrheitlich jedoch in kleineren Betrieben, so Kailing. Ebenso dringend sei, dass das Rückkehrrecht von Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung endlich Gesetz werde. Frauen hingen oftmals in der Minijob- und Teilzeitfalle fest und verdienten allein deshalb dauerhaft weniger als Männer.

Den Equal Pay Day gibt es seit 10 Jahren. Bis zum 18. März 2017 arbeiten Frauen in diesem Jahr faktisch umsonst, während Männer bereits vom 1. Tag des Jahres an Geld verdienen. Dieses Missverhältnis wird durch den sogenannten Gender Pay Gap beschrieben.

 

 


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