Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 069 - 30.11.2017

Arbeitsmarkt: Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf voranbringen

Anlässlich der nach wie vor positiven Arbeitsmarktlage in Hessen und angesichts der in vielen Branchen problematischen Fachkräftesituation fordert der DGB Hessen-Thüringen, dass der Vereinbarkeit von Privatem und Beruflichem deutlich mehr Aufmerksamkeit zukommt. „Eine familienfreundliche Unternehmenskultur sollte heutzutage längst zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren in den Betrieben zählen“, so die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den Monat November 2017 in Hessen. „Faktisch aber hindert das traditionelle Geschlechterarrangement mehrheitlich gut ausgebildete Frauen an einer gleichberechtigten Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt. Ausdruck dafür ist ihr hoher Anteil an Teilzeitbeschäftigung.“ Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung arbeiteten im Jahr 2016 52 Prozent der berufstätigen Frauen in Teilzeit.

Der hessische Arbeitsmarkt werde in Zukunft unter Druck geraten, wenn die im aktuellen DGB-Index Gute Arbeit 2017 nachgewiesenen Vereinbarkeitsprobleme nicht abgestellt werden. Sie stehen im deutlichen Zusammenhang mit der Qualität der Arbeitsbedingungen, so Kailing. „Wer dauernd damit konfrontiert ist, steigenden beruflichen Anforderungen nachzukommen und zugleich die Familienarbeit zu stemmen, wird über kurz oder lang krank. Privatleben und Familie leiden zudem unter der zunehmend verschwindenden Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Hier muss eine klare Grenze gezogen werden. Ein erschöpfungsbedingter Ausfall von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geht nicht zuletzt auch zulasten der Unternehmen, die zeitweise oder dauerhaft auf die Kompetenz der Beschäftigten verzichten und den Betriebsablauf reorganisieren müssen.“

Hintergrund

Weitere Angaben zur Beschäftigung von Frauen in Teilzeit finden Sie im Betriebspanel des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung

Etwa die Hälfte der in der DGB-Studie befragten weiblichen Beschäftigten arbeitet weniger als 35 Stunden pro Woche. Der größte Teil der teilzeitbeschäftigten Frauen gibt als Grund für die reduzierte Arbeitszeit familiäre Aufgaben an.

Home Office und andere Modelle von flexibler Arbeit sind nach Einschätzung der Befragten an sich noch keine Garantie für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Befragte Beschäftigte, die von zu Hause arbeiten, berichten über eine schlechtere Vereinbarkeit von Arbeit und privaten Interessen, als diejenigen, die nicht von zu Hause arbeiten. Für mehr als die Hälfte der befragten Beschäftigten würde eine verlässliche Begrenzung des Arbeitstages am ehesten die Vereinbarkeitssituation verbessern.

Diese und viele weitere Zahlen finden Sie im DGB-Index Gute Arbeit Report 2017, der unter dem folgendem Link zum Herunterladen bereitsteht. http://index-gute-arbeit.dgb.de/-/EAf

 

 

 


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