Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 094 - 09.10.2013

DGB: Hoffnungen und Wünsche junger Menschen sind keine Geschäftsidee

Der Fall von 128 jungen Spanierinnen und Spaniern, die für den Thüringer Arbeitsmarkt angeworben worden sind und von den privaten Vermittlern ohne Wohn- und Arbeits- bzw. Ausbildungsstätte fallen gelassen wurden, empören den Vorsitzende des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Stefan Körzell.

„Erst versprechen private Vermittler Ausbildung und Unterkunft und dann, wenn die jungen Menschen ihre Heimat verlassen haben, lässt man sie hängen. Mit den Wünschen und Hoffnungen junger Menschen aus Krisenstaaten so umzugehen, ist schäbig. Dass der Thüringische Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) nun die Initiative ergreift, um ihnen zu helfen, ist lobenswert. Die Verantwortung für die missliche Lage der Kolleginnen und Kollegen liegt aber bei der privaten Vermittlung, die diese Situation verursacht hat.

Neben der Vermittlung in die versprochene Ausbildung heißt das im Zweifel auch, alle entstehenden Kosten zu tragen.“

Weiter verweist Körzell auf die für solche Anwerbungen vorgehaltenen Strukturen der Bundesagentur für Arbeit.

„Die Zentrale Arbeitsvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet für Interessierte Möglichkeiten, transparent und seriös Fachkräfte für den Arbeitsmarkt zu werben. Dafür gibt es hochqualifizierte Beschäftigte, die sich bei der BA darum kümmern.“

Körzell rät Arbeitnehmern aus dem Ausland erst dann den Schritt nach Deutschland zu gehen, wenn sie unterschriebene Arbeits- oder Ausbildungsverträge haben sowie Unterkunft und Kostenübernahme abschließend geklärt sind. Zudem sei wichtig, dass in den Herkunftsländern muttersprachlich beraten werde und erste Informationen zum deutschen Arbeitsmarkt- und Sozialrecht erfolgten.

 


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