Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 028 - 04.05.2018

Privatwirtschaft beschäftigt zu wenig Menschen mit Behinderung

Anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai fordert Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, die Arbeitgeber auf, ihre Anstrengungen zur Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt zu verstärken.

„Menschen mit Behinderung verfügen im Durchschnitt über bessere Bildungsabschlüsse. Dennoch sind sie häufiger und länger arbeitslos als nichtbehinderte Menschen. Wir fordern die Unternehmen in Hessen dazu auf, ihre Anstrengungen zur Integration Behinderter in den Arbeitsmarkt zu verstärken und ihren Teil für einen inklusiven Arbeitsmarkt beizutragen. Dies gilt insbesondere für die Privatwirtschaft, deren Anstrengungen weit hinter denen der öffentlichen Arbeitgeber zurückbleiben. Es bedarf außerdem stärkerer Anreize für Unternehmen, die Beschäftigungspflicht ernst zu nehmen. Dabei sollten vor allem die Arbeit-geber in die Pflicht genommen werden, die gar keine Schwerbehinderten beschäftigen. Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung behinderter Menschen sollte zudem stark angehoben werden. Bei der Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderung können Arbeitgeber im Übrigen auf vielfältige Unterstützungsangebote zurückgreifen wie etwa Lohnkostenzuschüsse, kostenlose Ausstattung des Arbeits-platzes oder Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb.“

In Hessen machen schwerbehinderte Menschen 5,2 Prozent aller Beschäftigten aus. Das liegt zwar leicht über der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von fünf Prozent. Allerdings ist dafür die vergleichsweise hohe Beschäftigungsquote (7,8%) behinderter Menschen bei den öffentlichen Arbeitgebern verantwortlich. Die Privatwirtschaft liegt mit einer Quote von durchschnittlich 4,7 Prozent unter der gesetzlichen Vorgabe. Von den 11.820 Unternehmen in Hessen, die diese Auflage erfüllen müssen, weil sie mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen, hatte sogar knapp jedes vierte Unternehmen (2.607 / 22,1%) keinen einzigen schwerbehinderten Beschäftigten.

Hinweis

Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung behinderter Menschen sollte stark angehoben werden (pro fehlendem Arbeitsplatz/Monat). Dabei sollte gestaffelt vorgegangen werden (pro fehlendem Arbeitsplatz/Monat), so dass Anstrengungen der Unternehmen belohnt werden

·        bei einer Beschäftigungsquote von drei bis weniger als fünf Prozent von 125 auf 250 Euro,

·        bei einer Beschäftigungsquote von zwei bis weniger als drei Prozent von 220 auf 500 Euro,

·        bei einer Beschäftigungsquote von weniger als zwei Prozent von 320 auf 750 Euro.

 


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