Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 070 - 30.11.2017

Arbeitsmarkt: Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf voranbringen

Anlässlich der positiven Arbeitsmarktlage in Thüringen und angesichts der in vielen Branchen problematischen Fachkräftesituation fordert der DGB Hessen-Thüringen, dass der Vereinbarkeit von Privatem und Beruflichem deutlich mehr Aufmerksamkeit zukommt. „Eine familienfreundliche Unternehmenskultur sollte heutzutage zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren in den Betrieben zählen“, so der stellv. Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den Monat November 2017 in Thüringen. „Auch wenn der Anteil der in Teilzeit beschäftigten Frauen allmählich zurückgeht, hindert die oftmals einseitige Doppelbelastung von Frauen durch Familien- und Erwerbsarbeit an einer gleichberechtigten Teilhabe auf dem Arbeitsmarkt.“

Der thüringische Arbeitsmarkt werde in Zukunft unter noch mehr Druck geraten, wenn die im aktuellen DGB-Index Gute Arbeit 2017 nachgewiesenen Vereinbarkeitsprobleme nicht abgestellt werden. Sie stehen im deutlichen Zusammenhang mit der Qualität der Arbeitsbedingungen, so Witt. „Wer dauerhaft damit konfrontiert ist, steigenden beruflichen Anforderungen zu entsprechen und gleichzeitig die Familienarbeit zu stemmen, wird über kurz oder lang krank. Privatleben und Familie leiden zudem unter der zunehmend verschwindenden Grenze zwischen Arbeit und Freizeit. Hier muss eine klare Grenze gezogen werden.“ Ein erschöpfungsbedingter Ausfall von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern gehe nicht zuletzt auch zulasten der Unternehmen, die zeitweise oder dauerhaft auf die Kompetenz der Beschäftigten verzichten und den Betriebsablauf reorganisieren müssen.

Hintergrund

In Thüringen arbeiteten nach Angaben des Thüringer Landesamts für Statistik im Jahr 2016 12 Prozent der erwerbstätigen Frauen in Teilzeit. Vergleichszahlen finden Sie in der Mitteilung des Thüringer Landesamts für Statistik vom 12. September 2017.

Etwa die Hälfte der in der DGB-Studie befragten weiblichen Beschäftigten arbeitet weniger als 35 Stunden pro Woche. Der größte Teil der teilzeitbeschäftigten Frauen gibt als Grund für die reduzierte Arbeitszeit familiäre Aufgaben an.

Home Office und andere Modelle von flexibler Arbeit sind nach Einschätzung der Befragten an sich noch keine Garantie für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Befragte Beschäftigte, die von zu Hause arbeiten, berichten über eine schlechtere Vereinbarkeit von Arbeit und privaten Interessen berichten, als diejenigen, die nicht von zu Hause arbeiten. Für mehr als die Hälfte der befragten Beschäftigten würde eine verlässliche Begrenzung des Arbeitstages am ehesten die Vereinbarkeitssituation verbessern. 

Diese und viele weitere Zahlen finden Sie im DGB-Index Gute Arbeit Report 2017, der unter dem folgendem Link zum Herunterladen bereitsteht. http://index-gute-arbeit.dgb.de/-/EAf

 

 

 


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