Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 056 - 31.08.2017

DGB: Ausbildungsbereitschaft und -qualität müssen steigen

Anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten in Hessen für den Monat August und des Ausbildungsstartes 2017 fordert der DGB Hessen-Thüringen mehr Ausbildungsbereitschaft seitens der Unternehmen. Die Zahl der in Hessen angebotenen Ausbildungsstellen steigt zwar leicht, dennoch wissen viele junge Menschen noch nicht, wie es für sie nach dem 30. September weitergeht. Zurzeit sind noch 7.376 junge Menschen in Hessen auf der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz.

„Die Anzahl der Unternehmen, die ausbilden dürfen bzw. die bereit sind auszubilden, müssen wieder deutlich steigen, um allen jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten. Wenn es kein Umdenken der Unternehmen bezüglich Quantität und Qualität der Ausbildung gibt, droht auf lange Sicht sonst ein Fachkräftemangel in Hessen“, so Gabriele Kailing, Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen. Einerseits Fachkräftemangel beklagen, selbst aber nichts dagegen tun, könne nicht funktionieren. Die Betriebe müssten ihren Teil dazu beitragen, dass junge Menschen überhaupt die Chance auf eine Ausbildung und damit auf einen soliden Berufseinstieg bekommen. „Wir benötigen passgenaue Angebote, eine gesicherte Ausbildungsqualität und gute Perspektiven für junge Menschen im Betrieb.“ Laut IAB Betriebspanel vom Mai dieses Jahres war die Bereitschaft der Unternehmen, Ausbildungsplätze anzubieten, zuletzt gesunken. Von denen, die die Ausbildungsberechtigung haben, bilden laut IAB immer weniger aus.

Insbesondere die Situation von jungen Menschen mit Hauptschulabschluss ist nach wie vor ein Grund zur Sorge, so Kailing. „Ein Großteil der angebotenen Ausbildungsstellen steht Menschen mit Hauptschulabschluss nicht offen, weil manche Arbeitgeber Bestenauslese betreiben. Wir müssen aufpassen, dass nicht Teile einer Generation von der beruflichen Qualifizierung ausgeschlossen werden. Eine berufliche Ausbildung schützt am besten vor Arbeitslosigkeit. Deshalb müssen Arbeitgeber auch jungen Menschen mit Hauptschulabschluss eine Chance geben. Damit sichern sie sich nicht nur ihren Fachkräftebedarf, sondern übernehmen auch Verantwortung in unserer Gesellschaft.“


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