Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 052 - 16.08.2017

DGB: Auswirkungen der Digitalisierung auf Beschäftigte müssen ernstgenommen werden

Heute und morgen (16. und 17. August 2017) findet im hessischen Landtag die Öffentliche Anhörung "Digitalisierung in Hessen" statt. Der DGB erwartet von der hessischen Landesregierung, dass sie die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Beschäftigten und ihre Arbeitswelt in den Fokus nimmt.

„Nachdem die Landesregierung nach eigener Aussage auf Anfrage der SPD-Fraktion keine genauen Informationen darüber hat, welche Branchen in Hessen besonders von der Digitalisierung der Arbeitswelt betroffen sind und welche Auswirkungen dies auf die Zahl und Art der Arbeitsplätze hat, sollte sie diese Informationen dringend einholen. Auf Grundlage einer wissenschaftlichen Untersuchung, die diesen Fragen nachgeht, können auch entsprechende Maßnahmen entwickelt werden. Auf der Bundesebene ist im Jahr 2016 beispielsweise eine Sonderauswertung des DGB-Index ‚Gute Arbeit‘ zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitsbedingungen durchgeführt worden.“ Das könnte für Hessen ein Beispiel sein.

„Die Landesregierung bezeichnet Qualifizierung zwar als ein wichtiges Instrument, um auf veränderte Fachkräftebedarfe zu reagieren. Nicht nachvollziehbar ist jedoch für uns, dass die Landesregierung in vielen anderen wichtigen Bereichen wie etwa dem Arbeitsrecht, dem Betriebsverfassungsgesetz und dem Datenschutz keinen Handlungsbedarf sieht“, so die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing. Gerade hier aber bestehe besonders großer Anpassungsbedarf. „Das Betriebsverfassungsgesetz hinkt der technologischen Entwicklung gewaltig hinterher. Die Mitbestimmungsrechte müssen auf neu entstehende Arbeitsformen wie etwa crowdsourcing, also die Auftragsvergabe über Online-Plattformen, ausgeweitet werden. Auch der Schutz der Beschäftigten bei der Verarbeitung personenbezogener Daten steht vor neuen Herausforderungen. Daher ist eine Stärkung der Mitbestimmungsrechte bei Ausgründungen, Standortverlagerungen, Leiharbeit, Solo-Selbstständigen und zum Schutz des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung dringend erforderlich.“

Hinweis:

An der mündlichen Anhörung nimmt für den DGB Oliver Suchy, Leiter des Projekts „Arbeit der Zukunft“, DGB-Bundesvorstandsverwaltung teil. Für Rückfragen erreichen Sie ihn unter 0160 7120092.


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