Deutscher Gewerkschaftsbund

15.03.2017

Equal Pay Day 2017: Mehr Tempo bei der Gleichstellung

Am 18. März 2017 ist der Tag, bis zu dem Frauen in diesem Jahr arbeiten müssen, um auf das gleiche durchschnittliche Jahresgehalt zu kommen, das Männer schon bis Ende 2016 bekommen haben. Dieses Missverhältnis wird durch den sogenannten Gender Pay Gap beschrieben, seit zehn Jahren macht der Equal Pay Day darauf aufmerksam. Nach neuesten Zahlen des statistischen Bundesamtes liegt er immer noch bei 21 Prozent im Bundesdurchschnitt.

Damit gehört Deutschland zu den Ländern in Europa, in denen die Entgeltdifferenz zwischen den Geschlechtern besonders groß ist. Nach wie vor ziehen Frauen bei der Eingruppierung in Gehaltstabellen oder bei der Verteilung von Zulagen häufig den Kürzeren. So lassen sich die Gehaltsunterschiede nur knapp zur Hälfte mit unterschiedlichen sozialen und beruflichen Merkmalen erklären. Die anderen 50 Prozent sind allein durch Frauendiskriminierung begründbar.

Erste Schritte Richtung Equal Pay

Der Kabinettsentwurf für ein Entgeltgleichheitsgesetz ist einer von vielen dringend notwendigen Schritten, wenn es darum geht, endlich Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern herzustellen. Allerdings muss hier dringend nachgebessert werden. Der individuelle Auskunftsanspruch soll nur in Betrieben ab 200 Beschäftigten gelten. Frauen arbeiten mehrheitlich jedoch in kleineren Betrieben. Hier muss der Entwurf im Sinne der Arbeitnehmerinnen nachgebessert werden. Der Widerstand der Arbeitgeber gegen die geplante Lohntransparenz zeigt, dass die gesetzliche Regelung mehr als Symbolcharakter hat.

Frauenberufe müssen aufgewertet werden

Dringend geboten ist aus Sicht der Gewerkschaften die Aufwertung der Berufe, die hauptsächlich von Frauen ausgeübt werden. Es gibt keinen Grund, warum weibliche Berufe in Gesundheit, Erziehung und Dienstleistung im Schnitt schlechter bezahlt werden als typische Männerberufe an der Maschine.

Weitere Infos

Die Entgeltlücke - der Gender Pay Gap

Ob Frau oder Mann - Menschen in Deutschland verdienen das Gleiche. Oder? Weit gefehlt, denn die Stundenlöhne von Frauen und Männern klaffen in der Bundesrepublik immer noch weit auseinander. Der Gender Pay Gap, zu Deutsch: Entgeltlücke, ist leider immer noch Realität.

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Vertikale Segregation – oder warum so wenige Frauen in Führungspositionen arbeiten

Auf dem Arbeitsmarkt stehen Frauen heutzutage Männern in nichts nach. Sie können sogar prozentual öfter einen Universitäts- oder Hochschulabschluss vorweisen. Ihre gute Ausbildung ermöglicht ihnen mittlerweile eine fast gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben. Wenn es darum geht wichtige Entscheidungen zu treffen, die das ganze Unternehmen betreffen, hört man aus den Büros der Chef_innenetage jedoch oft nur männliche Stimmen. Frauen? Fehlanzeige. Warum ist das so?

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