Deutscher Gewerkschaftsbund

01.12.2015
SBV-Fachtagung

aktiv² – gemeinsam handeln im Betrieb

Dokumentation der gemeinsamen Fachtagung von DGB und LWV für Schwerbehindertenvertretungen, Betriebs- und Personalräte am 20.10.2015 in Frankfurt/Main

aktiv²-Flipchar-Zeichnung

© LWV Hessen-Thüringen

Auch in diesem Jahr hatte das Integrationsamt beim Landeswohlfahrtsverband Hessen und der DGB Bezirk Hessen-Thüringen zu einer gemeinsamen Fachtagung der Reihe „aktiv² gemeinsam handeln im Betrieb“ eingeladen. Mehr als 100 Gäste sind gekommen und haben sich zu Fragen ihrer betrieblichen Arbeit bei der Unterstützung der schwerbehinderten Kolleginnen- und Kollegen ausgetauscht. Denn wer heutzutage auf Unterstützung wegen einer Behinderung angewiesen ist, bekommt es mit einem ganzen Labyrinth von verschiedenen Ämtern und Behörden zu tun.

Die anwesenden Betriebs- und Personalräte sowie die Schwerbehinderten-Vertreterinnen und Vertreter haben deutlich gemacht, dass dieses Zuständigkeits-„Wirrwarr“ ihre Arbeit unnütz erschwere und dass damit Schluss sein müsse. Einig waren sich die Teilnehmenden darin, dass das neue Teilhabegesetz gute Chancen dafür bietet, zukünftig alle Leistungen aus einer Hand kommen zu lassen.

Mit ihren „20 Fragen an sich selbst“ beschrieb Rosita Schlembach sehr eindrucksvoll den Arbeitsrahmen aber auch die Handlungsmöglichkeiten im Betrieb. Als Vertreterin des Integrationsamtes gilt sie mit ihren Kollegen und Kolleginnen vielen betrieblichen Akteuren als wichtige Ansprechpartnerin, wenn es um fachliche Unterstützung bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen und Arbeitsprozessen für schwerbehinderte Menschen geht.

Anschließend stellte Melanie Grunow vom ver.di-Bundesvorstand die Ergebnisse einer Sonderbefragung der Redaktion von „Gute Arbeit“ vor, bei der die Arbeitssituation von schwerbehinderten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Mittelpunkt steht. Dabei konnte sie deutlich den Zusammenhang aufzeigen, dass überall dort, wo es aktive Betriebs- oder Personalräte gibt, die Schwerbehindertenarbeit in hohem Maße fester Bestandteil der Interessenvertretung ist.

Aktiv² steht für gemeinsames Handeln gewerkschaftlicher Interessenvertretungen im Betrieb und ist Grundvoraussetzung dafür, die Interessen von Beschäftigten bestmöglich durchzusetzen. In einigen Betrieben gelingt dieses gemeinsame Handeln bereits sehr gut, anderswo fühlen sich Schwerbehinderten-Vertreterinnen und -Vertreter oft allein gelassen. Genau dieser Frage widmete sich ein Vortrag von Doreen Röhrig, über die öffentlich eigentlich eher weniger gesprochen wird: „Was macht die Arbeit in der Interessenvertretung mit mir?“ Kann ich Erwartungen, die andere an mich haben, erfüllen?

Neben den vielen Problemen, die es zu erörtern galt, gab es in den nachmittäglichen Workshops aber auch ebenso viele gute Beispiele. Voneinander lernen, sich gegenseitig Mut machen, wichtige Kontakte herstellen, das sind für viele Teilnehmende im Ausklang des Tages genauso wichtige Ergebnisse, wie die fachlichen Informationen.

Wir möchten die Vorträge und Materialien allen Interessierten in den nachfolgenden Links zur Verfügung stellen:

Gute Arbeit in der Interessenvertretung (PDF, 3 MB)

Präsentation von Doreen Rörig, Bildungsreferentin beim DGB-Bildungswerk Thüringen e.V., Erfurt am 20.10.15.

Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderung (PDF, 796 kB)

Präsentation von Melanie Grunow, ver.di-Bundesverwaltung, Bereich Sozialpolitik am 20.10.15.


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