Deutscher Gewerkschaftsbund

04.09.2015

Gemeinsames soziales Wort zum Umgang mit Flüchtlingen

„Mit-Menschlich in Thüringen“ – so ist ein „Gemeinsames soziales Wort zum Umgang mit Flüchtlingen“ überschrieben, auf das sich der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland, die Jüdische Landesgemeinde Thüringen, das Katholische Bistum Erfurt und der Verband der Wirtschaft Thüringens e.V. verständigt haben.

„Die Würde des Menschen begründet sich aus seiner Geschöpflichkeit, seinem Menschsein. Diese Würde ist unantastbar und unteilbar. Das verlangt, dass das Recht auf Leben unbedingt gesichert und geschützt werden muss. Wenn der Mensch an Leib und Leben bedroht ist, hat er Anspruch auf Schutz. Schutz von Flüchtlingen bleibt unbestritten eine rechtliche und moralische Verpflichtung für Staat und Gesellschaft“, heißt es in dem Papier.

Mit politischen Maßnahmen allein könne eine menschenwürdige Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen jedoch nicht gelingen, sondern „nur mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Engagement vieler Menschen“. Die Unterstützung durch ehrenamtliche Initiativen, Vereine, Verbände, Sozialpartner und Religionsgemeinschaften „ist ein wertvolles Gut, das hohe gesellschaftliche Anerkennung verdient, geschützt und weiterentwickelt werden muss“.

Die Unterzeichner ermutigen, populistischen, rechtsextremen, menschenfeindlichen Parolen zu widersprechen: „Wer gegen Flüchtlinge hetzt oder gar Gewalt anwendet, der muss mit dem deutlichen Widerspruch und dem entschlossenen Widerstand der Verfasser und Unterzeichner dieses gemeinsamen Wortes rechnen.“ Vorbehalte in der Bevölkerung bedürften des Gespräches und der direkten Begegnung mit Flüchtlingen. So könnten Vorurteile und Ängste abgebaut werden.

Die Unterzeichner „erwarten einen parteiübergreifenden Konsens darüber, dass das Flüchtlingsthema keine parteipolitische Profilierung und Instrumentalisierung erfährt“. Zugleich bieten sie Land und Kommunen Unterstützung an und tragen Bemühungen mit, „die zu einer schnelleren Klarheit über den weiteren Weg der hier in Thüringen angekommenen Flüchtlinge führen“.

Eine erfolgreiche gesellschaftliche Integration von Flüchtlingen könne nur durch die Integration in den Arbeitsmarkt gelingen. „Damit noch mehr geflüchtete Menschen schnell die Möglichkeit bekommen ihren Lebensunterhalt selbst zu bestreiten, müssen Regelungen vereinfacht und Förderinstrumente der Berufsausbildung für Geduldete und Asylsuchende mit hohen Bleiberechtsperspektiven geöffnet sowie Angebote zur Sprachförderung ausgebaut werden“, fordern die Unterzeichner.

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner:

  • Gabriele Kailing, Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Hessen-Thüringen
  • Sandro Witt, Vorsitzender der DGB Landesvertretung Thüringen
  • Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
  • Martina Klein, Oberkirchenrätin und Bildungsdezernentin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland
  • Prof. Dr. Reinhard Schramm, Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen
  • Juri Goldstein, Stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen
  • Dr. Ulrich Neymeyr, Bischof des Katholischen Bistums Erfurt
  • Winfried Weinrich, Ordinariatsrat und Leiter des Katholischen Büros Thüringen
  • Hartmut Koch, Präsident des Verbandes der Wirtschaft Thüringens e.V.
  • Stephan Fauth, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Wirtschaft Thüringens e.V.

Bei Rückfragen: Sandro Witt (Tel.: 0151 14806084), Martina Klein (Tel.: 0162 2048558), Reinhard Schramm (Tel.: 0172 4756513), Winfried Weinrich (Tel.: 0162 9433619), Stephan Fauth (Tel.: 0361 6759152)

Nachstehend das Papier im Wortlaut


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