Deutscher Gewerkschaftsbund

Rechtsextremismus

09.12.2011

Aktivitäten der DGB-Jugend gegen die extreme Rechte

Graffiti: Figur wirft (Nazi-)Hakenkreuz in Papierkorb

hannovergegennazis

Die aktuellen Erkenntnisse um die neonazistisch motivierten Morde der Zwickauer Zelle haben uns schockiert und wütend gemacht. Von dem Versagen und den Relativierungen sowie dem Jahre langen Wegschauen seitens derstaatlichen Behörden gegenüber dem alltäglichen rassistischen Terror an dieser Stelle mal ganz zu Schweigen.

Die Erkenntnisse der vergangenen Wochen haben uns aber auch darin bestätigt, dass die kontinuierliche, zivilgesellschaftliche Auseinandersetzung mit und der Kampf gegen die extreme Rechte – egal ob diese in Stiefeln oder im Jackett auftritt – richtig und wichtig ist.

Dementsprechend werden wir uns als DGB-Jugend auch weiterhin auf vielen Ebenen und in unterschiedlichen Formen gegen Nationalismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Sexismus und für ein friedliches, demokratisches und solidarisches Zusammenleben aller Menschen einsetzen. Dies begreifen wir als einen wesentlichen Teil unseres gewerkschaftlichen Grundverständnisses.

Da wir immer wieder feststellen, dass vielen Kolleg_innen die Arbeit und Angebote der DGB-Jugend nicht bekannt sind, möchten wir euch einen Überblick geben, damit auch ihr bei Bedarf auf sie zugreifen und sie bewerben könnt.

Mit der nachfolgenden Übersicht möchten wir euch über unsere Aktivitäten gegen Rechts informieren, und euch als Ansprechpartner_innen zur Verfügung stehen.

Beratungsnetzwerk Hessen – Mobile Intervention gegen Rechtsextremismus
In Hessen ist die DGB-Jugend Partnerin im Beratungsnetzwerk mit seinen Mobilen Interventionsteams gegen Rechts (Infos auf www.beratungsnetzwerk-hessen.de).

Dem Beratungsnetzwerk Hessen gehören staatliche und nicht-staatliche Organisationen an. Sie bilden zugleich den Expertenpool des Netzwerks. Die schnelle und professionelle Beratung leisten die Mobilen Interventionsteams. Auch die DGB-Jugend ist Teil des Beratungsnetzwerks und stellt ein Team von Berater_innen für die Begleitung und Unterstützung vor Ort.

MOBIT – Mobile Beratung in Thüringen
In Thüringen ist diese Beratungs- und Unterstützungsarbeit Aufgabe von MOBIT: www.mobit.org.

Der DGB und die DGB-Jugend arbeitet eng mit MOBIT zusammen.

Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) in Hessen und Thüringen - antirassistische Bildungsarbeit an Schulen.
Das Hauptarbeitsfeld des NDC ist die Durchführung von Projekttagen an Schulen und in Ausbildungsstätten.
Durchgeführt werden diese von ausgebildeten ehrenamtlichen Teamer_innen. Gemeinsam mit den Jugendlichen diskutieren sie über Rassismus, Vorurteile und Diskriminierung, um Zivilcourage zu stärken und zu aktivem Handeln zu ermutigen. Das NDC besteht seit 1999 und ist in 11 Bundesländern sowie in Frankreich und Belgien aktiv. Im Netzwerk engagieren sich viele unterschiedliche Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen. Infos auf www.netzwerk-courage.de

Hessen
In Hessen existiert das das NDC seit 2004 und wird maßgeblich von der DGB-Jugend getragen. Der Bund der
deutschen katholischen Jugend (BDKJ) ist seit 2007 Kooperationspartner. Ansprechpartner ist Sascha Schmidt, DGB-Jugendbildungsreferent in der Region Südhessen, Tel.: 06151- 39 97 16, E-Mail: hessen@netzwerkcourage. de

Thüringen
In Thüringen wird das NDC von einem Verbund getragen und ist bei Arbeit und Leben angesiedelt. Auch hier ist die DGB-Jugend mit im Boot. Ansprechpartnerin ist Sylvia Riemschneider, Tel.: 0361 - 56 57 321, E-Mail:
thueringen@netzwerk-courage.de

Bildungsurlaube und Wochenendseminare in Hessen

In Hessen bietet die DGB-Jugend Bildungsurlaube und Wochenendseminare für Jugendliche bis 27 Jahre an.

Die Auseinandersetzung mit der dem historischen Faschismus und der heutigen, vielgestalteten extremen Rechten und ihrer menschenverachtenden Ideologie nimmt in unserem Bildungsprogramm alljährlich einen besonderen Schwerpunkt ein. Alle Infos findet ihr auch online unter www.dgb-jugend-hessen-thueringen.de.

Im Jahr 2012 bieten wir unter anderem an:

Extrem rechte Erlebniswelten - vom 18.03.-23.03. in Berlin
In diesem Bildungsurlaub geht es u.a. um folgende Fragen: Was wollen die Neofaschisten und was ist ihre
Strategie um junge Menschen an sich zu binden? Welche Positionen setzen wir als Gewerkschaftsjugend
dagegen? Was kann ich selbst als Einzelne/r tun bei rassistischen/faschistischen Sprüchen und Vorfällen?

"Find den Nazi…“ - Über Sarrazins Thesen, Stammtischparolen und die Gefahr des alltäglichen Rassismus – vom 25.03. bis 30.03.2012, im Milower Land / Brandenburg
Dieses Seminar beschäftigt sich vor allem mit rassistischem und sozialchauvinistischem Gedankengut von Menschen, die man nicht unbedingt sofort wegen Springerstiefeln und Bomberjacken der Neonazi-Szene zuschreiben würde. Wir wollen herausfinden, wie diese Stammtischparolen zu Stande kommen, wem sie nützen, wem sie schaden und was wir argumentativ dagegen setzen können.

Erholung für die "Volksgemeinschaft" - Das Nazi-Seebad "Prora" auf Rügen – vom 24.06. bis 29.06.2012. in Prora auf Rügen
Auf Rügen stehen die riesigen Betonruinen eines geplanten Nazi-Seebades von 1939. Es wurde mit den Geldern der zerschlagenen Gewerkschaften gebaut. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Nazis versucht haben die ArbeitnehmerInnen durch soziale Vergünstigungen für ihre Diktatur und Kriegspolitik zu ködern. Wir werden in Prora die beiden Ausstellungen besuchen und erkunden was und wie dort erinnert wird. Wir werden uns mit der Zerschlagung der Gewerkschaften und der Arbeits- und Sozialpolitik der Nazis beschäftigen. Und wir werden vergleichen, was die neofaschistischen Parteien (REP, NPD, DVU etc.) heutzutage den „deutschen“ ArbeitnehmerInnen versprechen.

Bella Ciao - Auf den Spuren der PartisanInnen – vom 07.10. bis 12.10.2011, in Reggio Emilia (Italien)
In den hessischen Herbstferien werden wir eine Woche in der Emilia Romagna, dem italienischen Landstrich um Bologna, auf den Spuren der PartisanInnen das Land erkunden. Wir werden Orte des Zeitgeschehens besuchen, mit PartisanInnen das Gespräch suchen und auch einen Blick auf die Spuren werfen, die die Widerstandsbewegung in der heutigen Zivilgesellschaft hinterlassen hat. Noch heute engagieren sich nicht wenige Jugendliche in den Partisanenverbänden, das hat Gründe und denen gehen wir auf den Grund.

Mondiali Antirazzisti – Fairer Fußball, Jugendcamp, italienischer Hochsommer, politische Initiativen aus der ganzen Welt – im Juli in Castelfranco Emilia (Italien)
Ziel der Mondiali ist es, durch den Fußball Freundschaften entstehen zu lassen, die vor Ländergrenzen nicht halt machen. Das ist es, was die Mondiali so einzigartig macht: tagsüber Fußball spielen, am Abend einzigartige politische Workshops besuchen und danach in der Arena bei Konzerten gemeinsam feiern.


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