Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 001 - 03.01.2017

DGB: Herausforderungen für den hessischen Arbeitsmarkt 2017

Aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen ist die Ausgangslage des Arbeitsmarktes in Hessen für das neue Jahr 2017 zwar gut. Allerdings gibt es einigen Änderungsbedarf, wenn der Trend sich fortsetzen soll. „Im Zuge der Digitalisierung wandeln sich die Arbeitsbedingungen für viele Beschäftigte grundlegend“, so die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing, anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für den Monat Dezember 2016 in Hessen. „Sie müssen sich auch in Zukunft auf gesetzliche Normen, insbesondere des Datenschutzes und der Arbeitszeitregelungen verlassen können. Zugleich muss ihnen ermöglicht werden, sich den Anforderungen der Digitalisierung entsprechend weiter zu qualifizieren.“

Ein funktionierender Arbeitsmarkt brauche rechtlich verbindliche Rahmenbedingungen und Akteure, die sich von einem Anspruch auf gute Arbeit für alle Beschäftigte leiten lassen. „Es kann nicht sein, dass viele Menschen dauerhaft im Hartz-IV-System festhängen. Wenn das Hin- und Herschieben zwischen Jobcenter und Arbeitsagentur beendet werden soll, müssen die Förderleistungen aus einer Hand kommen. Sehr begrüßenswert ist deshalb die jüngst neu geregelte Zuständigkeit der Arbeitsagenturen für sogenannte Aufstocker. Arbeitslose, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, müssen Weiterbildungsmöglichkeiten erhalten, die sie für den ersten Arbeitsmarkt fit machen.“ Ebenso dringend seien die Neuordnung der geringfügigen Beschäftigung und ein Verzicht auf Vermittlung in Minijobs durch Arbeitsagenturen oder Jobcenter. „Prekäre Beschäftigung begünstigt Fachkräfteengpässe, fördert Schwarzarbeit und führt letztlich zu Altersarmut.“

Die Schere zwischen den Einkommen klafft auch in Hessen weit auseinander; insbesondere die Unterschiede zwischen Frauen und Männern, Stammbelegschaften und Leiharbeitern, Deutschen und Nichtdeutschen, so Kailing. „Wir brauchen gleichen Lohn für gleiche Arbeit.“

Der Arbeitsmarkt in Hessen hatte sich im vergangenen Jahr als stabil und aufnahmefähig erwiesen. Die Arbeitslosenzahlen sind auf historisch niedrigem Niveau und die Einführung des Mindestlohns hat sich auch im zweiten Jahr nach seiner Einführung als notwendige unterste Haltelinie behauptet. Die positiven Effekte auf die Verdienst- und Beschäftigtenentwicklung halten an.


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