Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 108 - 03.01.2020

DGB zum Arbeitsmarkt in Thüringen

Beschäftigte schützen – Unternehmen zukunftssicher machen

Zu den veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit im Dezember erklärt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen:


„Die gute konjunkturelle Lage trübt sich bundesweit ein, auch am thüringischen Arbeitsmarkt macht sich dies mittlerweile bemerkbar. Seit Wochen und Monaten sorgen sich Beschäftigte zum Beispiel in den Zuliefererbetrieben der Automobilindustrie in Thüringen um ihre Arbeitsplätze.“

Die Beschäftigten dürften nicht im Stich gelassen werden, so der Gewerkschafter, zumal sie auch in Zukunft dringend als Fachkräfte gebraucht würden. DGB und Gewerkschaften hätten schon lange davor gewarnt, dass Unternehmen und Politik die Folgen der wirtschaftlichen Transformation verschliefen. Nun müsse endlich gehandelt werden. „Ein Recht auf Weiterbildungsberatung bei der Arbeitsagentur reicht nicht aus, es ist ein verbindlicher Rechtsanspruch auf Weiterbildung notwendig. Die Qualifizierung von Beschäftigten im Strukturwandel muss durch die Einführung eines Transformationskurzarbeitergeldes ermöglicht werden.“

Die thüringische Landesregierung solle unverzüglich weitere industriepolitische Maßnahmen einleiten, um Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen. Michael Rudolph: „Strategisch wichtige Unternehmen, die sich in einer Krisensituation befinden, müssen kurzfristig durch Unternehmensbeteiligungen des Landes und weitere finanzielle Hilfen unterstützt werden. Mit dem Bündnis für Industrie, dem Branchendialog und der Allianz Automobilindustrie wurden durch die Landesregierung bereits Maßnahmen zur Bewältigung des Strukturwandels geschaffen. Dazu gehört etwa die Einrichtung einer Koordinierungsstelle für Fragen der Transformation in der Automobilindustrie bei der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen, der LEG. Viele thüringische Unternehmen befinden sich bereits in Kurzarbeit, es werden Stellen gestrichen – der Druck steigt. Es geht um zukunftssichere Beschäftigung, tarifliche Entlohnung und Gute Arbeit – und das weit über 2020 hinaus. Das muss jetzt endlich angepackt werden. Wir stehen für Gespräche und Beratung bereit.“  

 


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