Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 100 - 24.11.2022

DGB zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen:

Gewalt am Arbeitsplatz, im Alltag und im Privaten entschlossen entgegentreten!

Am 25. November ist der Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Anlässlich dieses Tages fordert der DGB Hessen-Thüringen, die Konvention gegen sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO-Konvention 190) in nationales Recht umzuwandeln.

Dazu erklärte die stellvertretende DGB-Bezirksvorsitzende Renate Sternatz: „Viele Frauen sind in ihrem alltäglichen Leben mit sexueller Belästigung und Gewalt konfrontiert – auch am Arbeitsplatz. Das ist ein Problem.“

Laut einer Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gaben im Befragungszeitraum zwischen Juni 2018 und Mai 2019 insgesamt 13 Prozent der befragten Frauen an, in ihrem beruflichen Umfeld sexuell belästigt worden zu sein.

„Wir brauchen einen klaren Rechtsrahmen gegen Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz. Die Ratifizierung des internationalen Übereinkommens gegen Gewalt am Arbeitsplatz ist ein überfälliger Schritt. Die Bundesregierung muss endlich handeln und die ILO-Konvention 190 – wie im Koalitionsvertrag vereinbart – ratifizieren“, so Sternatz

Die ILO-Konvention 190 wurde 2019 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) beschlossen. Sie erkennt an, dass „Gewalt und Belästigungen in der Arbeitswelt eine Menschenrechtsverletzung darstellen (…), eine Be-drohung für die Chancengleichheit, inakzeptabel und mit menschenwürdiger Arbeit unvereinbar (sind)“.

Das Übereinkommen beinhaltet zudem die Anerkennung von physischen, psychischen, sexuellen oder wirtschaftlichen Schäden sowie eine weite Definition der Arbeitsorte, so zum Beispiel auch bei mobiler Arbeit und Homeoffice. Die Arbeitgeber sind in der Verantwortung, den Schutz vor sexueller Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz in den betrieblichen Arbeitsschutz zu integrieren.

Vor diesem Hintergrund appelliert Sternatz, den verstärkten Einsatz mobiler Arbeiten im sogenannten „Homeoffice“ in die Schutzkonzepte aufzunehmen.

„Wir wissen, dass jede dritte Frau in Deutschland mindestens einmal im Leben Opfer von Gewalt wird. Häufig im privaten Umfeld, wohin sich nun auch der Arbeitsplatz verlagert. Das ist erschreckend und ein Beleg dafür, dass alle Formen von Gewalt bekämpft werden müssen. Die Strukturen zur Beratung und zum Schutz der von Gewalt Betroffenen müssen dringend ausgebaut werden“, so die stellvertretende Bezirksvorsitzende des DGB Hessen-Thüringen.

„In Hessen fehlen rund 300 Familienplätze in Frauenhäusern. Die Beschäftigten arbeiten seit Jahren am Limit. Wir brauchen einen zeitnahen und zügigen Ausbau. Dafür muss eine bedarfsgerechte und dauerhafte Finanzierung gesichert werden.“


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