Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 94 - 30.10.2019

Gute Löhne und Arbeitsbedingungen für Alle: Für die Menschen, die hier sind und die Menschen, die her kommen!

Anlässlich der Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den Arbeitsmarktzahlen für Oktober sagte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen heute:
 

„Der Grundsatz ‚Gute Arbeit‘ muss für alle Beschäftigten gelten. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus anderen Ländern sind uns willkommen. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass sie nicht in ausbeuterische Beschäftigung gedrängt werden!“

Die heute bekannt gewordenen Zahlen besagen, dass die Anzahl der Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in Thüringen zwar vergangenes Jahr um 3,4 Prozent gesunken ist. Die Quote der ausländischen Zeitarbeitskräfte ist jedoch insgesamt um fast 14 Prozent angestiegen. Mehr als jede und jeder fünfte Beschäftigte aus dem Ausland ist in Thüringen Leiharbeitskraft.

„Das sind erschreckende Zahlen. Immer mehr Unternehmen greifen aufgrund vermeintlich fehlender Fachkräfte verstärkt auf Leiharbeitskräfte aus dem Ausland zurück, darunter oft auf Geflüchtete.“ Dies sei grundfalsch, so Rudolph: „Eine Vertiefung der Spaltung am Arbeitsmarkt ist das Letzte, was wir jetzt brauchen. Erneut verschlafen viele Thüringer Unternehmen eine wichtige Entwicklung: Anstatt mit der Arbeitskraft geflüchteter Menschen nur kurzfristig Löcher zu stopfen, sollten sie sich lieber um eine nachhaltige Entwicklung ihrer Potentiale kümmern, sie sprachlich und fachlich qualifizieren und ihnen eine langfristige Perspektive als Fachkraft geben. Das geht nicht über Leiharbeit, weil die Arbeitsverhältnisse unsicher sind und Belegschaften gespalten werden.“

 

Laut aktueller Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit (02/2019 – Risiko Leiharbeit), macht sich fast jede zweite Zeitarbeitskraft Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Zudem sind Leiharbeitsverhältnisse überdurchschnittlich stark mit hohen Belastungen für die Beschäftigten verbunden: Regelmäßige Schicht- und Nachtarbeit, körperlich schwere Arbeiten, Lärm und ungünstige Körperhaltungen sind in der Leiharbeit stärker verbreitet, als bei allen anderen Beschäftigten. Nicht zuletzt spaltet Leiharbeit Belegschaften aufgrund unterschiedlicher Einkommen. Selbst für fachlich ausgerichtete Tätigkeiten, die ein bestimmtes Qualifikationsniveau erfordern, ist das der Fall. Knapp zwei Drittel der Leiharbeitskräfte verfügen über ein monatliches Bruttoeinkommen unter 2.000 Euro.

„Unter dem Vorwand, Produktionsspitzen abfangen zu wollen, wird auch nach der letzten Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes weiter Leiharbeit genutzt, um dauerhaft kräftig die Löhne zu drücken. Hier muss was passieren und Gesetzeslücken endlich geschlossen werden“, so Rudolph abschließend.

 


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