Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 85 - 11.10.2019
DGB-Personalreport 2019 zeigt:

Thüringer Arbeitsschutzaufsicht muss gestärkt werden

Zur Veröffentlichung des Personalreports des DGBs und den erschreckenden Zahlen gesunkener Besichtigungen durch die Arbeitsschutzaufsicht, sagt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen:

„In Thüringen ist die Zahl der Betriebsbesichtigungen durch die Arbeitsschutzaufsicht von 12.560 in 2002 auf 3.511 in 2017 gesunken. Das entspricht einem Rückgang um 9.049 Kontrollen, also 72 Prozent. Dass Rot-Rot-Grün mit dem Landeshaushalt 2020 beschlossen hat, den Arbeitsschutz personell wieder zu stärken, ist deshalb sehr erfreulich.“

Der DGB habe seit langem darauf aufmerksam gemacht, dass der Personalabbau im Bereich des Arbeitsschutzes gefährlich für Beschäftigte ist. Zu viele Betriebe vernachlässigen den Arbeitsschutz: Ungenügend gesicherte Baustellen, fehlende Schutzkleidung, Druck
und Stress, überlange Arbeits- und Lenkzeiten – all das gefährdet die Gesundheit
der Beschäftigten.

Zurzeit liege die Personalausstattung der Thüringer Arbeitsschutzaufsicht deutlich unterhalb der Zielmarke der Internationalen Arbeitsorganisation, ILO. Diese sieht bereits nur eine Aufsichtsperson für 10.000 Beschäftigte vor. Das sei ein Witz, so Rudolph. Und erschwerend komme in Thüringen dazu, dass eine Arbeitsschutzinspektorin oder ein Arbeitsschutzinspektor eine Anzahl von 15.273 Beschäftigten betreuen soll. „Auch wenn Thüringen damit im Bundesvergleich – hier müssen Arbeitsschutzinspektoren je etwa 23.201 Beschäftigte betreuen – gut dasteht, muss der geplante Personalaufbau unbedingt realisiert und verstetigt werden“, so Michael Rudolph.

 


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