Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 79 - 29.08.2019

Jungen Menschen Perspektiven bieten – gute Ausbildungsbedingungen schaffen!

Ausbildungsstart in Thüringen

Anlässlich der Veröffentlichung der Arbeits- und Ausbildungsmarktdaten für August in Thüringen, fordert der DGB Hessen-Thüringen, die duale Ausbildung attraktiver zu gestalten. Der Fokus muss insbesondere mehr auf junge Menschen mit Hauptschulabschluss oder keinem Schulabschluss gesetzt werden.

In Thüringen bleiben – zum Ausbildungsstart am 1. September – 4.498 Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Es gibt junge Menschen, die ein Studium attraktiver finden oder jene, die direkt in den Job wollen. Und wieder andere bekommen, trotz vieler unbesetzter Ausbildungsstellen, keinen Ausbildungsplatz.

Dazu sagt Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen: „1.545 junge Menschen haben noch keinen Ausbildungsplatz gefunden, obwohl viele Plätze unbesetzt sind. Wir fordern deshalb, dass die duale Berufsausbildung attraktiver gestaltet wird. Imagekampagnen reichen hier nicht aus: Wir brauchen eine Steigerung der Ausbildungsqualität, eine angemessene Vergütung und die Sicherheit, dass junge Menschen nach der Ausbildung auch fest übernommen werden. Die freien Stellen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es auch in Thüringen junge Menschen gibt, die keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, weil ihr Abschluss als zu schlecht angesehen wird oder sie als ausbildungsunreif abgestempelt werden. Diese Zielgruppe muss verstärkt in den Blick genommen und die Unterstützung für Azubis und Unternehmen gefördert werden. Kein junger Mensch soll ohne Berufsabschluss bleiben oder zurück gelassen werden.“

Thüringen will mit einem Förderprogramm von einer Million Euro jährlich die Anwerbung von Azubis aus dem Ausland fördern. Witt: „Alle jungen Menschen, die in Thüringen eine Berufsausbildung beginnen, sind herzlich willkommen. Wir warnen aber davor, dass sie als billige Arbeitskräfte ausgebeutet werden. Angeworbene Azubis haben, wie alle jungen Menschen, das Recht auf eine gute Ausbildung.“

Junge Menschen, die weit weg von zuhause seien und eine neue Sprache lernen müssten, hätten es besonders schwer, ihre Rechte in der Ausbildung durchzusetzen. „Wir sind bereit, in Begrüßungsveranstaltungen mit den jungen Menschen über ihre Rechte in der Ausbildung und das System der Tarifverträge und der Mitbestimmung in Deutschland zu diskutieren. Denn nur, wer seine Rechte kennt, kann sie auch durchsetzen. Die Gewerkschaften stehen als starke Partner an ihrer Seite. Gerne kommen wir mit der Landesregierung und den Unternehmen ins Gespräch, wie wir gemeinsam einen guten Start für die Azubis in Thüringen gestalten können“, so Witt abschließend.


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