Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 78 - 29.08.2019

Ausbildung attraktiver gestalten – betreute Azubiwohnheime fördern

Ausbildungsstart in Hessen

Anlässlich der Veröffentlichung der Arbeits- und Ausbildungsmarktdaten für August in Hessen, fordert der DGB Hessen-Thüringen, die duale Ausbildung attraktiver zu gestalten. Der Fokus muss insbesondere mehr auf junge Menschen mit Hauptschulabschluss oder keinem Schulabschluss gerichtet werden.

In Hessen bleiben – zum Ausbildungsstart am 1. September – 9.834  Ausbildungsplätze unbesetzt. Die Gründe dafür sind vielfältig: Es gibt junge Menschen, die ein Studium attraktiver finden oder jene, die direkt in den Job wollen. Und wieder andere bekommen, trotz vieler unbesetzter Ausbildungsstellen, keinen Ausbildungsplatz. Um die Mobilität der Azubis zu erhöhen und ihnen ein eigenständiges Leben zu ermöglichen, setzt sich der DGB Hessen-Thüringen für die Förderung und Einrichtung von Azubiwohnheimen mit sozialpädagogischer Betreuung ein.

Dazu sagt Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen: „6.904  junge Menschen in Hessen haben noch keinen Ausbildungsplatz gefunden. Wir fordern deshalb, dass die duale Berufsausbildung attraktiver gestaltet wird. Imagekampagnen reichen hier nicht aus: Wir brauchen eine Verbesserung der Ausbildungsqualität, eine angemessene Vergütung und die Sicherheit, dass junge Menschen nach der Ausbildung auch fest übernommen werden. Die freien Stellen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in Hessen viele junge Menschen gibt, die noch keinen Ausbildungsplatz bekommen haben, weil ihr Abschluss als zu schlecht angesehen wird oder sie als ausbildungsunreif abgestempelt werden. Diese Zielgruppe muss verstärkt in den Blick genommen und die Unterstützung für Azubis und Unternehmen gefördert werden. Kein junger Mensch soll ohne Berufsabschluss bleiben oder zurück gelassen werden.“

Zur Förderung und Einrichtung von günstigen Wohnheimen für Azubis sagt Witt: „In den hessischen Ballungsgebieten ist es nahezu unmöglich, mit einer Azubivergütung eine eigene Wohnung zu mieten. Viele können es sich deshalb nicht leisten, für eine Ausbildung aus dem Elternhaus an einen anderen Ort zu ziehen. Eine Lösung dafür ist es, günstige Wohnheime für Azubis mit einer sozialpädagogischen Betreuung zu schaffen. Diese kann dann bei Problemen in der Ausbildung den Azubis eine lösungsorientierte Unterstützung bieten.“


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