Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 93 - 30.10.2019

Leiharbeit belastet und spaltet!

Anlässlich der Veröffentlichung der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den Arbeitsmarktzahlen für Oktober sagte Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen heute:

 

„Die Entwicklung auf dem hessischen Arbeitsmarkt sieht der DGB zwiespältig. Einerseits freuen wir uns über die guten Entwicklungen und den Anstieg, auch der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse – andererseits sehen wir aber auch, welch hohen Anteil atypische Beschäftigungsformen an der guten konjunkturellen Entwicklung haben.“

Auch wenn Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der BA, zurecht auf Beispiele gelungener Integration von Geflüchteten in den hessischen Arbeitsmarkt hinweise – an vielen Stellen gebe es dringenden Nachholbedarf. Der Anteil ausländischer Leiharbeitskräfte sei – im  Vergleich zu den deutschen Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern – mehr als doppelt so hoch. „Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus anderen Ländern sind uns willkommen. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass sie nicht in ausbeuterische Beschäftigung gedrängt werden. Leiharbeit belastet und spaltet die Belegschaften. Damit muss endlich Schluss sein!“, so Rudolph.

 

Laut aktueller Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit (02/2019 – Risiko Leiharbeit), macht sich fast jede zweite Zeitarbeitskraft Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Zudem sind Leiharbeitsverhältnisse überdurchschnittlich stark mit hohen Belastungen für die Beschäftigten verbunden: Regelmäßige Schicht- und Nachtarbeit, körperlich schwere Arbeiten, Lärm und ungünstige Körperhaltungen sind in der Leiharbeit stärker verbreitet, als bei allen anderen Beschäftigten. Nicht zuletzt spaltet Leiharbeit Belegschaften aufgrund unterschiedlicher Einkommen. Selbst für fachlich ausgerichtete Tätigkeiten, die ein bestimmtes Qualifikationsniveau erfordern, ist das der Fall. Knapp zwei Drittel der Leiharbeitskräfte verfügen über ein monatliches Bruttoeinkommen unter 2.000 Euro.

„Unter dem Vorwand, Produktionsspitzen abfangen zu wollen, wird auch nach der letzten Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes weiter Leiharbeit genutzt, um dauerhaft kräftig die Löhne zu drücken. Hier muss was passieren und Gesetzeslücken endlich geschlossen werden“, so Rudolph abschließend.

 


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