Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 42 - 14.05.2019

DGB: Mindestvergütung für Azubis ist wichtiger Schritt

Anlässlich des Vorschlages der Bundesregierung für eine Mindestausbildungsvergütung sagt Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen:

„Die Mindestvergütung für Auszubildende ist ein erster wichtiger Schritt, um die berufliche Bildung insgesamt attraktiver zu machen. Man kann nicht in Sonntagsreden den Wert der Berufsbildung loben und dann werktags die Jugendlichen mit Dumping-Vergütungen abspeisen. Deshalb ist die Einführung einer Mindestausbildungsvergütung überfällig.“

Aus Sicht des DGB-Bezirks habe der jetzt vorliegende Vorschlag gegenüber den ursprünglichen Plänen von Bildungsministerin Anja Karliczek erhebliche Vorteile: Statt bei 504 Euro kleben zu bleiben, werde die Mindestvergütung jetzt schrittweise auf 620 Euro (im 1. Ausbildungsjahr) bis 868 Euro (im 4. Ausbildungsjahr) angehoben. Die Mindestvergütung sei auch nicht mehr an das Schüler-BAföG gekoppelt, sondern an den Durchschnitt der Ausbildungsvergütungen. Neu im Gesetzentwurf stehe zudem, dass die Mindestausbildungsvergütung jährlich automatisch entsprechend der Durchschnittswerte angepasst werde. Das seien wichtige Punkte, von denen viele Azubis profitierten, so Witt.

„Die Mindestvergütung für Azubis stellt nur die unterste Haltelinie dar. Wenn die tarifliche Ausbildungsvergütung bei 1.000 Euro liegt, dann müssen auch nicht-tarifgebundene Betriebe mindestens 800 Euro bezahlen. Diese bisher in der Rechtsprechung festgelegte Grenze der Angemessenheit wird ebenfalls neu in das Gesetz übernommen. Sie muss von nun an ohne Ausnahmen gelten.“

Letztlich, so Witt, erwarte der DGB eine Einphasung bis 2024, in der per Tarifvertrag von der Mindestausbildungsvergütung abgewichen werden könne.


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