Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 14 - 08.03.2016

DGB: Risiken digitaler Arbeit für die Beschäftigten begrenzen

Der DGB Hessen-Thüringen fordert anlässlich der Regierungserklärung von Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir zur Digitalisierungsstrategie des Landes Hessen, dass die Landesregierung verstärkt Maßnahmen in den Blick nehmen muss, welche die Risiken digitaler Arbeit für die Beschäftigten begrenzen.

„Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt nachhaltig. Das gilt sowohl für den Dienstleistungsbereich als auch für die Industrie. Damit die Chancen zunehmender Flexibilität überwiegen, müssen Mitbestimmung, Tarifbindung und soziale Sicherung ausgeweitet werden,“ so Gabriele Kailing, Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen.

„Keinesfalls darf die Schutzfunktion des Arbeitszeitgesetzes und tariflicher Regelungen aufgeweicht werden. Das gilt beispielsweise für die tägliche Höchstarbeitszeit und Ruhezeiten. Eine permanente Erreichbarkeit lehnen wir strikt ab, weil dies nachweislich die Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigt. Außerdem muss der betriebliche Datenschutz zu einem Arbeitnehmerdatenschutzgesetz erweitert werden.“

Um zunehmender Entgrenzung durch digitale Arbeit entgegenzuwirken, fordert der DGB Hessen-Thüringen eine Aktualisierung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. Zudem müssen mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten und diese an veränderte Qualifikationsanforderungen angepasst werden.

„Im Vergleich zu anderen Bundesländern, etwa Nordrhein-Westfahlen, investiert die Landesregierung zu wenig in Forschungsprojekte, die die Folgen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt analysieren und dabei den Schutz der Beschäftigten zum Schwerpunkt haben,“ so Kailing.

Der DGB Hessen-Thüringen fordert die Einrichtung einer Plattform „Industrie 4.0“ auf Landesebene, aus der arbeitnehmerorientierte Projekte unter Beteiligung der Gewerkschaften sowie Betriebsräten hervorgehen können. Als Vorbild soll die Plattform „Industrie 4.0“ dienen, die es auf Bundesebene bereits gibt. Bundesprojekte wie das „Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0“ sollen zudem in die hessischen Aktivitäten eingebettet werden.


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