Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 9 - 28.02.2018
Hessen

Arbeitsmarkt: Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt duldet keinen Aufschub

Aus gewerkschaftlicher Sicht muss endlich Schluss sein mit der Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt. Anlässlich der Veröffentlichung der hessischen Arbeitsmarktdaten für den Monat Februar und mit Blick auf den bevorstehenden internationalen Frauentag am 8. März erklärt der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Michael Rudolph:

„Auch wenn die Frauenerwerbsbeteiligung in den zurückliegenden Jahren zugenommen hat, kann noch lange nicht von Chancengleichheit gesprochen werden. Frauen haben immer noch schlechtere Chancen in Berufe mit sehr guten Einkommensaussichten einzusteigen. Das gilt zum Beispiel für die sogenannten MINT-Berufe und ist Ausdruck der immer noch existenten Diskriminierung in der Arbeitswelt. Veränderungen im Sinne der Gleichstellung finden nur dann statt, wenn sie politisch voran gebracht und im Betrieb – in Ausbildung und Beruf – gelebt werden. Hier gilt es die Praxis zu ändern.“

Immer mehr Frauen arbeiten, allerdings sind sie öfter prekär beschäftigt als ihre männlichen Kollegen, so Rudolph. In den sogenannten Midijobs, bei denen ausschließlich geringe Einkommen unter 850 Euro erzielt werden, arbeiteten mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer. In Vollzeit beschäftigt verdienten sie oftmals bei gleicher Qualifikation dann auch noch weniger. Die Benachteiligung beginne schon beim Berufseinstieg. Bewerberinnen kämen bei gleicher Qualifikation systematisch zu kurz, wenn Betriebe Azubis in Berufen mit einem hohen Männeranteil suchen. Da junge Frauen schulisch im Schnitt aber mindestens ebenso gut abschneiden, müssten sie auch mindestens ebenso gute Chancen bei Bewerbungen auf eine Lehrstelle haben wie männliche Bewerber.

Von der neuen Bundesregierung erwarten DGB und Gewerkschaften, dass sie weitere Anreize für eine Ausweitung der Midijobs unterlässt. Die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen müssten endlich ermöglichen, dass Frauen die gleichen Chancen auf wirtschaftliche Unabhängigkeit haben wie Männer. Dazu zählten das Schließen der Entgeltlücke, der Arbeitszeitlücke und der Rentenlücke zwischen Frauen und Männern.

Quellen:

MINT-Berufe: Strukturen und Trends der Beschäftigung in Hessen http://www.iab.de/239/section.aspx/Publikation/k180202303

Angaben zu Midi-Jobs: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigtenstatistik vom 30.06.2017: 69.573 Frauen und 33.723 Männer

Böckler Impuls Ausgabe 14/2017: Frauen: Diskriminierung vom Start weg https://www.boeckler.de/110842_110853.htm 


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