Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 033 - 30.04.2020

DGB zum Arbeitsmarkt in Hessen

Kassel, 30. April 2020

Anlässlich der am heutigen Tag veröffentlichen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zu den aktuellen Entwicklungen auf dem hessischen Arbeitsmarkt, erklärt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen:

„Der Arbeitsmarkt befindet sich in einem nie dagewesenen Ausnahmezustand – so auch in Hessen. Über 52.000 hessische Betriebe haben in den vergangenen beiden Monaten Kurzarbeit angemeldet, betroffen sind davon bis zu 700.000 Beschäftigte. Die Zahlen verdeutlichen einerseits die dramatischen Effekte, die die Corona-Pandemie auf die hessische Wirtschaft hat, andererseits zeigen sie aber auch die Notwendigkeit und Wirksamkeit der ergriffenen Maßnahmen. Der erleichterte Zugang zum arbeitsmarktpolitischen Instrument der Kurzarbeit hat verhindert, dass es im großen Stil zu Massenentlassungen gekommen ist. Die Arbeitslosenversicherung ist in der Lage dazu, die negativen Folgen der Pandemie für die Beschäftigten sozial abzufedern. Es war eine ebenso wichtige Entscheidung der Bundesregierung, das Kurzarbeitergeld nun auf bis zu 87 Prozent aufzustocken, wenn es nicht ohnehin schon eine tarifliche Regelung in der jeweiligen Branche gibt. Das ist wichtig, um die Einkommen und soziale Situation der Betroffenen abzusichern. Es sind die Sozialversicherungen und die öffentliche Hand, die gerade schlimmeres verhindern und die Beschäftigten und ihre Betriebe sichern. Darauf müssen wir auch in Zukunft vertrauen, neoliberale Phantasien müssen der Vergangenheit angehören.“

Rudolph betont, dass bei der Sicherung von Beschäftigung jetzt nicht nachgelassen werden darf: „Wir müssen branchenbezogen schauen, welche weiteren Hilfen zur Rettung notwendig sind. Beteiligungen des Staats, wie sie derzeit am Beispiel Lufthansa diskutiert werden, sind da ein probates Mittel. Wenn es mittelfristig wieder zu einer Lockerung der aus Gründen des Infektionsschutzes ergriffenen Maßnahmen kommt, bedarf es kluger Konjunkturprogramme, damit die Wirtschaft wiederangekurbelt werden kann. Wir brauchen Investitionen in Digitalisierung, in neue Energien und Antriebstechniken.“


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