Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 056 - 24.06.2020

DGB Hessen-Thüringen zum Tag des Öffentlichen Dienstes: „Der öffentliche Dienst verdient unseren Respekt – Gewalt gegen Beschäftigte wirksam entgegentreten“

Frankfurt, den 23. Juni 2020


Zum Internationalen Tag des Öffentlichen Dienst, dem 23. Juni 2020, verurteilt der Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen Michael Rudolph Gewalt gegenüber Beschäftigten im Öffentlichen Dienst und dem privatisierten Bereich: „Der öffentliche Dienst verdient Respekt und Anerkennung für seine Leistung in den vergangenen Wochen. Die Kolleginnen und Kollegen haben mit ganzem Einsatz die Daseinsvorsorge während der Corona-Krise aufrechterhalten, wirksame Maßnahmen zum Gesundheitsschutz sowie wirtschaftliche Hilfsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt. Umso alarmierender und beschämender ist es, dass die Kolleginnen und Kollegen des Öffentlichen Dienstes vermehrt Opfer von Angriffen werden. Hier darf niemand wegsehen. Neben der Ächtung von Gewalt, sind auch Strafverfolgung und Prävention nötig. Dazu gehört eine bessere Personalausstattung, damit Bedienstete möglichst gar nicht erst in gefährliche Situationen kommen.“

In der Polizeilichen Kriminalstatistik wurden im Jahr 2019 in Hessen 2.037 Fälle von Gewalttaten gegen Polizeivollzugsbeamt*innen sowie Sicherheits- und Rettungskräfte erfasst. Allerdings sind auch andere Beschäftigte vermehrt Gewalt ausgesetzt sind. So haben sich Übergriffe auf Mitarbeiter*innen der Deutschen Bahn in wenigen Jahren fast verdreifacht. Beschäftigte der Ordnungsämtern, öffentlichen Verkehrsbetrieben und Entsorgungsunternehmen werden angepöbelt und attackiert. Mitarbeiter*innen in Jobcentern und Bürgerämtern werden bedroht, wenn sie Kundenwünschen nicht entsprechen können. Eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes zeigt, dass zwei Drittel der befragten Beschäftigten im öffentlichen Dienst und im privatisierten Sektor innerhalb der letzten zwei Jahre in ihrem Beruf verbaler oder körperlicher Gewalt ausgesetzt waren. Mehr als die Hälfte gibt an, innerhalb der vergangenen zehn Jahre eine Zunahme festzustellen – mit teils erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen für die Betroffenen.
Der DGB spricht sich dafür aus, das Problem umfassend anzugehen: „Die Beschäftigten werden teils als „Blitzableiter“ betrachtet. Das ist natürlich völlig inakzeptabel. Wir müssen aber auch an die Ursache des Frustes mancher Menschen ran: Dazu gehören Personalmangel in den Dienststellen, fehlende Investitionen in die Infrastruktur, ungelöste soziale Probleme und falsche gesetzliche Weichenstellungen“, so Michael Rudolph.
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Die DGB-Gewerkschaften haben unter dem Motto „Vergiss nie, hier arbeitet ein Mensch“ eine Kampagne gegen Gewalt im öffentlichen Dienst gestartet. Auf der Kampagnenwebsite finden sich weitere vielfältige Informationen zu Thema: https://mensch.dgb.de/


Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Julia Langhammer, DGB-Bezirk Hessen-Thüringen Büro Erfurt,
Tel.: 0170/9268896.


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