Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 40 - 09.05.2019

Hessen: Elternzeit bringt Frauen 10 Prozent weniger Lohn

Anlässlich des Muttertages am 12. Mai, erklärt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen: „Der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern ist ein wesentliches Hindernis auf dem Weg zu Geschlechtergleichstellung. Löhne sind für die Lebensqualität und soziale Teilhabe entscheidend und bestimmen, wie gut Individuen abgesichert und im Alter versorgt sind. Die Beseitigung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern sollte gerade in Deutschland eine zentrale Aufgabe sein. Bundesweit beträgt der geschlechtsspezifische Unterschied in der Bezahlung 21 Prozent. In Hessen liegt die Lohnlücke sogar bei 22,9 Prozent.“

Mutterschaft sei ein wesentlicher Grund für den Gender Pay Gap, da Frauen aufgrund von Mutterschaft in der Regel weniger verdienten, so der Gewerkschafter. Mütter von zwei Kindern hätten in Deutschland bis zum Alter von 45 Jahren bis zu 58 Prozent weniger verdient, als kinderlose Frauen. Die Arbeitsmarktpartizipation von Müttern werde von gesetzlichen Regularien, wie dem Ehegattensplitting, gehemmt. Die nach wie vor geringe Akzeptanz von Vollzeit arbeitenden Müttern erzeuge darüber hinaus Lohndiskriminierungen.

Rudolph weiter: „Vor allem längere Elternzeiten reduzieren die Löhne von Frauen beträchtlich. Elternzeit bringt Frauen laut den Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung 10 Prozent weniger Lohn. Müttern wird oftmals weniger Arbeitsengagement unterstellt und Vorgesetzte erwarten von ihnen häufig, für ihre Familie beruflich kürzer zu treten. Durch die Probleme der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wechseln viele Mütter nach der Geburt ihres Kindes in Teilzeit, was mit erheblichen Lohneinbußen verbunden ist. Auch in Hessen arbeitet jede zweite Frau in Teilzeit oder Minijobs, bei Müttern sind es sogar 69 Prozent. Deswegen muss die Landesregierung endlich die Vereinbarkeitsprobleme von arbeitenden Müttern beseitigen.

Tarifverträge können gegen eine solche Benachteiligung helfen – diese gelten in Hessen jedoch nur für 55 Prozent der Beschäftigten. Das ist zu wenig! Deshalb fordert der DGB Hessen-Thüringen eine deutlich höhere Tarifbindung, denn: nach Tarif bezahlte, weibliche Beschäftigte erhalten gut neun Prozent höhere Stundenlöhne, als Frauen mit vergleichbaren Tätigkeiten ohne Tarifvertrag.“

 

Hans-Böckler Studie zu Lohneinbußen bei Mutterschaft:
zur Studie


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