Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 063 - 28.06.2012

Arbeitsmarktzahlen Hessen Juni 2012

Anstieg der Arbeitslosenzahl Zeichen für Konjunktureintrübung
Arbeitgeber müssen jetzt dagegen halten und freie Stellen melden

Die hessischen Arbeitsmarktzahlen für Juni zeigen nach Ansicht des DGB Hessen-Thüringen bereits eine erste Eintrübung der Konjunktur. Der Bezirksvorsitzende Stefan Körzell sagte: „Der leichte Anstieg der Arbeitslosengeld-I-Bezieher von 330 gegenüber dem Vorjahr und die zurückgehenden Meldungen für freie Stellen sind Belege dafür. Wieder einmal scheinen die jungen Menschen die nachlassende Dynamik zuerst zu spüren. Anders ist für mich das Anwachsen der Zahl arbeitsloser Menschen unter 25 Jahren nicht zu interpretieren.“ Zwar spiele auch das Ausbildungsende eine Rolle, es erkläre den Effekt aber nicht allein.

Die hessischen Arbeitgeber fordert Körzell auf, unbesetzte Stellen auch der Bundesagentur zu melden. „Es ist wenig sinnvoll, wenn die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände VhU jeden Monat verkündet, wie viele freie Stellen es in Hessen angeblich gibt, diese aber nicht bei der Bundesagentur gemeldet werden.“ Nur nach einer Meldung könne die Bundesagentur auch zielgerichtet vermitteln. Ebenso fordert Körzell die Arbeitgeber des Einzelhandels und der handelsnahen Berufe ebenso auf, der Bundesagentur freie Stelle zu melden. „Dann können die Frauen eine Beschäftigungsperspektive bekommen, die wegen der Schlecker-Insolvenz erwerbslos geworden sind oder es noch werden.“

Auf völliges Unverständnis stößt beim DGB die Tatsache, dass die Arbeitgeber im Vergleich zum Vorjahr weniger freie Ausbildungsstellen gemeldet haben, so Körzell weiter. „Es sind doch gerade die Arbeitgeber in den gewerblich-technischen Ausbildungsberufen des dualen Ausbildungssystems, die ständig vom Fachkräftemangel reden. Wer das tut, muss auch für entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten sorgen. Ansonsten soll er schweigen.“ Die Pflicht zur Ausbildung liege bei den Arbeitgebern. Körzell: „Diese Entwicklung ist mehr als kritisch. Nicht ausbilden und den Fachkräftemangel beklagen, das passt nicht zusammen, so Körzell, der auch Mitglied in der vom Land eingesetzten Fachkräftekommission ist.


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