Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 81 - 30.09.2019

Sozialer Arbeitsmarkt: Dran bleiben und allen eine Chance geben!

Die heute von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlichten Zahlen sieht Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, mit gemischten Gefühlen: „Es ist zu begrüßen, dass die Langzeitarbeitslosigkeit in Hessen langsam zurückgeht. Allerdings wäre noch viel mehr möglich, wenn die Unternehmen die bestehenden Fördermöglichkeiten, die der Gesetzgeber durch das Teilhabechancengesetz geschaffen hat, stärker nutzen würden. Hier heißt es: Dran bleiben!" 

So berichtete die Bundesagentur für Arbeit, dass in den zehn hessischen Jobcentern, die von der Bundesagentur für Arbeit und den Kommunen gemeinsam betrieben werden, derzeit 350 Arbeitsverträge zustande gekommen seien, die nach dem neuen Paragraphen 16i SGB II gefördert würden. Unterstützung bekommen jedoch nur jene Langzeitarbeitslose, die in mindestens sechs von den vergangenen sieben Jahren im Hartz-IV-Bezug waren. Für die weiteren 16 Jobcenter, die in kommunaler Trägerschaft betrieben werden, liegen noch keine Zahlen vor.

Michael Rudolph: „Die Unternehmen sollten mehr Mut beweisen und den Menschen eine Chance geben. Sie bekommen in den ersten beiden Jahren einen Lohnkostenzuschuss von 100 Prozent, der in den weiteren drei Jahren um jeweils 10 Prozent abgesenkt wird. Doch durch die Arbeit der gewerkschaftlichen Vertreterinnen und Vertreter in den Beiräten der Jobcenter wissen wir, dass viele Unternehmen zu zögerlich sind – oder teilweise völlig überzogene Erwartungen haben. Klar ist: Es gibt keine Fachkräfte zum Nulltarif. Die Menschen könnten mit dem neuen Förderinstrument langsam wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Hier müssen die Arbeitgeber ihrer sozialen Verantwortung gerecht werden und geduldig sein. Sie können dabei weitere Unterstützungsleistungen wie das Coaching in Anspruch nehmen.

Wir erwarten, dass angesichts dieser großzügigen Fördermöglichkeiten noch mehr Unternehmen versuchen, ihren Arbeitskräftebedarf darüber zu decken. Außerdem müssen die Beschäftigten weiterqualifiziert werden, um den Unternehmen auch langfristig erhalten zu bleiben.“

 


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