Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 023 - 30.04.2024

DGB: Mehr Zeit für Familien statt immer mehr Überstunden

„Mit Steuerentlastungen bei Überstunden, wie sie zuletzt Bundes-finanzminister Christian Lindner vorgeschlagen hat, wird man kaum mehr erreichen als neue Löcher in den öffentlichen Kassen. Die meisten Überstunden werden gar nicht bezahlt und dementsprechend auch nicht besteuert. Nur sehr wenige Menschen würden von einer Steuerentlastung bei Überstunden überhaupt profitieren. Auf den Fachkräftemangel werden sich solche Steuerentlastungen nicht relevant auswirken“, so Michael Rudolph.

Außerdem müssten sich die Beschäftigten darauf verlassen können, dass die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit auch gilt und Überstunden die Ausnahme bleiben, so Rudolph weiter. Auf der anderen Seite gäbe es aber auch viele Beschäftigte, die heute in Teilzeit arbeiteten und gerne mehr arbeiten würden. Dies scheitere aber oft daran, dass vor allem Frauen schon heute viel mehr unbezahlte Sorgearbeit leisteten, die aber in den amtlichen Statistiken nicht erfasst werde.

„Frauen leisten im Durchschnitt 44 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Neben niedrigen Löhnen und schwierigen Arbeitsbedingungen ist das einer der Hauptgründe dafür, dass Frauen in vielen Bereichen nur in Teilzeit arbeiten. Erwerbsarbeitszeit muss von Männern zu Frauen umverteilt werden, um Männern zeitliche Spielräume für mehr Sorgearbeit zu öffnen, und gleichzeitig sollte Sorgearbeit von Frauen zu Männern verteilt werden. Eine gerechte Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit wünschen sich schließlich auch die allermeisten Familien“, so Rudolph abschließend.


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