Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 57 - 01.07.2019

Befristungswahnsinn in Thüringen stoppen – nur Gute Arbeit schafft Perspektiven

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktzahlen der Bundesagentur für Arbeit des Monats Juni sagt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen:

„Die Zahl der befristeten Arbeitsverhältnisse in Thüringen ist im letzten Jahr angestiegen. Das ist eine besorgniserregende Entwicklung.“ Rudolph beruft sich dabei auf neueste Daten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). „Die Unternehmen klagen über fehlende Fachkräfte, geben ihren Beschäftigten aber immer mehr zeitlich befristete Arbeitsverträge. Das passt nicht zusammen. Nur Gute Arbeit schafft Perspektiven.“

Im vergangenen Jahr waren 63.000 thüringische Arbeitsverträge zeitlich befristet. Das entspricht 6,8 Prozent aller Arbeitsverhältnisse. Zwar liegt Thüringen damit deutlich unter dem Bundesschnitt von 8,3 Prozent, aber: „In Thüringen ist jedes prekäre Beschäftigungsverhältnis eins zu viel. Der Bedarf an Fachkräften ist derart groß, dass Unternehmen sich diese Praxis auf Dauer nicht mehr werden leisten können. Insbesondere kritisiert der DGB, dass knapp 32.000 – und damit etwas mehr, als die Hälfte aller Arbeitsverträge – ohne sachlichen Grund befristet sind.“, so Rudolph. „Mit der Novellierung des Vergabegesetzes hat die Thüringer Landesregierung vor zwei Wochen ein deutliches Zeichen für Gute Arbeit gesetzt. Im Bereich der Befristungen kann sie mit gutem Beispiel voran gehen und sollte künftig auf sachgrundlose Befristungen verzichten. Insgesamt brauchen wir aber ein allgemeines Verbot sachgrundlos befristeter Beschäftigung.“


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