Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 016 - 05.03.2015

Unfreiwillige Teilzeit und geringe Löhne verhindern eigenständige Existenzsicherung von Frauen

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2015 fordert Sandro Witt, stellv. Bezirksvorsitzender des DGB und landespolitischer Vertreter des DGB in Thüringen, die Abschaffung von Minijobs und das Ende steuerlicher Fehlanreize: „Frauen müssen heute dazu in der Lage sein, ihre Existenz – auch mit Blick auf zukünftige Rentenansprüche - eigenständig zu sichern. Solange aber steuerliche Fehlanreize und Minijobs Hand in Hand gehen, wird sich das traditionelle Rollenbild nicht ändern. Frauen werden immer das Nachsehen haben, wenn sie auf das Einkommen des Partners angewiesen sind.“ Immer mehr Frauen seien berufstätig, aber viel zu oft in unfreiwilliger Teilzeit mit geringen Arbeitszeitvolumen. Daran ändere auch die positive Arbeitsmarktentwicklung nur wenig. „Unfreiwillige Teilzeit muss endlich der Vergangenheit angehören, deshalb fordern wir auch ein verbindliches Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeitbeschäftigung.“

Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns sei ein erster Schritt getan, um dem Niedriglohn-Fass einen Boden einzuziehen. „Insbesondere die Einkommen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in den ostdeutschen Bundesländern, von geringfügig Beschäftigten und vor allem von Frauen steigen mit Einführung des Mindestlohns. Denn zwei Drittel der Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor sind weiblich. Allein 42.000 vollzeitbeschäftigte Frauen bekamen in der Vergangenheit einen Stundenlohn unter 8,50 Euro. Jetzt komme es darauf an, den Mindestlohn umzusetzen und wirksam zu kontrollieren, denn Arbeitgeber schrecken bei der Umgehung des Mindestlohnes vor fast nichts zurück.

Es müsse auch Schluss damit sein, dass Frauen für dieselbe Arbeit erheblich geringere Einkommen erzielten als Männer. Zwar ist dieser Lohnabstand in Ostdeutschland geringer als in den alten Bundesländern, weil auch Männer erheblich weniger verdienen als ihre Kollegen im Westen. Es bestehe also eine Lohnangleichung nach unten. „Sowohl der Gender-Pay-Gap als auch die Lohnungleichheit zwischen Ost und West müssen endlich ein Ende haben.“ so Witt abschließend.

Zudem gebe es für Frauen noch immer die so genannte „gläserne Decke“. In Leitungs- und Spitzenpositionen seien Frauen in Thüringen nur sehr selten zu finden. Rechnet man all diese Effekte zusammen, so liegt der Entgeltunterschied von Männern und Frauen in Thüringen etwa bei 27 Prozent. Da Frauen aber auch viel häufiger in Teilzeit oder Minijobs beschäftigt sind wird sich diese Differenz bis zur Rente auf 50 Prozent und mehr addieren.

Hinweis

Aufruf des DGB zum Internationalen Frauentag 2015

Übersicht über die Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag 2015 im DGB-Bezirk Hessen-Thüringen

 

Für Rückfragen steht Ihnen Sandro Witt unter der Nummer 0151 – 14 80 60 84 zur Verfügung

 


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