Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 016 - 10.03.2020

DGB fordert Nachbesserungen bei Anwärterbezügen in Hessen

Nachwuchskräfte im öffentlichen Dienst besser besolden!

Angehende Beamtinnen und Beamte in Hessen werden deutlich schlechter bezahlt als die in anderen Bundesländern. Dies zeigt der Anwärterbezügereport des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Dieser bietet erstmals einen deutschlandweiten Überblick darüber, wieviel Beamtinnen und Beamte im Vorbereitungsdienst bei den jeweiligen Dienstherren verdienen.

Der Report analysiert das Jahresbruttoeinkommen 2020 aus Anwärtergrundbeträgen und gegebenenfalls Sonder- sowie Einmalzahlungen im Bund und den einzelnen Ländern, aufgeschlüsselt nach den jeweiligen Besoldungsgruppen. Das Ergebnis: Hessen liegt sowohl in der Bezügegruppe A 6 bis A 8 mit 15.416,48 Euro brutto jährlich sowie in der Bezügegruppe A 9 bis A 11 mit 16.144 Euro brutto jährlich deutschlandweit im Mittelfeld. Hessen ist jedoch eines der wenigen Bundesländer, das 41 Stunden Arbeitszeit pro Woche im öffentlichen Dienst vorsieht. In Ländern, die eine ähnlich hohe Wochenarbeitszeit haben, wird deutlich besser besoldet.

Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen, betont: „Eine zentrale Herausforderung für den öffentlichen Dienst ist es, genügend Fachkräfte für die Arbeit beispielweise bei der Polizei, im Schuldienst oder in der Landesverwaltung zu finden. Auch für Beamtinnen und Beamten spielen dabei die Arbeits- und Einkommensbedingungen eine wichtige Rolle. Hessen rangiert im Bundesvergleich der Besoldung für Anwärter bei deutlich erhöhter Arbeitszeit pro Woche nur im Mittelfeld. Hier muss sich dringend etwas tun, wenn das Land im Wettbewerb mit der Privatwirtschaft oder anderen Ländern attraktiver werden will. Im Bereich des Dienstes an der Gemeinschaft muss es immer um die besten Köpfe gehen. Dafür muss das Land als Arbeitgeber attraktiver werden.“ Der Bund als Arbeitgeber strukturiert die Anwärtergrundbeträge ab dem 1. März dieses Jahres neu und hebt diese teils deutlich an. Rudolph: „Das ist ein richtiger Schritt, an dem sich Hessen orientieren sollte.“


Hintergrund:
Eine Ausbildung im öffentlichen Dienst kann unter anderem als AnwärterIn absolviert werden. AnwärterInnen sind BeamtInnen auf Widerruf, die sich in der Ausbildung für eine Laufbahn – im sogenannten Vorbereitungsdienst – befinden. Die AnwärterInnen werden trotz identischem Vorbereitungsdienst und selber Besoldungszuordnung je nach Dienstherr unterschiedlich bezahlt. Zudem wirken Sparmaßnahmen aus den 1980er Jahren noch immer nach. Damals wurden die Anwärtergrundbeträge bundesweit einfach gekürzt.

Der Report zum Download: www.dgb.de/-/mYl

 


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