Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 10 - 01.03.2016

DGB: Belastungen von Berufspendelnden in den Blick nehmen

Mit der wachsenden Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hessen steigt auch die Zahl der Berufspendelnder. Anlässlich der Veröffentlichung der Arbeitsmarktdaten für Februar in Hessen weist die Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing, auf die wachsenden Belastungen dieser Arbeitnehmergruppe hin.

„Bislang hat die Flexibilisierung von Arbeit eher zur Ausweitung der tatsächlichen Arbeitszeiten geführt und nur selten zu einer selbstbestimmten Arbeitszeitgestaltung. Arbeitgeber müssen in Anbetracht der steigenden Zahl von Berufspendlern deren zusätzliche Belastungen im Blick haben und für mehr individuelle Gestaltungsmöglichkeiten sorgen, etwa durch mehr Möglichkeiten, auch von zu Hause aus zu arbeiten.“

Berufspendelnde könnten oft nur schwer Arbeit und Privates unter einen Hut bringen. Nicht nur die Freizeit bleibt auf der Strecke, sondern in vielen Fällen auch die Gesundheit, so Kailing. Wenn zu langen Pendelzeiten noch betriebliche Anforderungen an Überstunden und flexible Arbeitszeiten hinzukommen, seien Konflikte in beruflicher und privater Hinsicht vorprogrammiert.

„Wesentliche Gründe für das Pendeln zwischen Wohnort und Arbeitsort liegen oftmals in der fehlenden längerfristigen Perspektive vieler Beschäftigungsverhältnisse oder am Mangel von bezahlbarem Wohnraum bzw. ausreichenden Kinderbetreuungsmöglichkeiten in den Städten.“ Insbesondere dann, wenn sich Kinder im Haushalt befinden, kann nicht ohne weiteres ein Umzug mit seinen entsprechenden Arbeitsmarktrisiken in Kauf genommen werden, so Kailing abschließend.

 

Hintergrund: Nach Hessen kamen laut Bundesagentur für Arbeit am Stichtag zum 30. Juni 2015 rund 344.700 Menschen aus anderen Bundesländern oder dem Ausland, um sozialversicherungspflichtig zu arbeiten. Auch in umgekehrte Richtung stieg die Zahl der Pendlerinnen und Pendler mittlerweile auf 223.500 Menschen. Auch innerhalb der Landesgrenze ist die Zahl der Berufspendelnden hoch. Beispielsweise kommt etwa jeder zweite Beschäftigte in Frankfurt aus einer anderen hessischen Region. Quelle: Pressemeldung der Regionaldirektion Hessen der BA: „Pendlerbewegungen in Hessen - Immer mehr Menschen kommen zum Arbeiten nach Hessen“ vom 3. Februar 2016

Detaillierte Angaben über die Auswirkung von Flexibilisierung auf Beschäftigte können dem DGB Index „Gute Arbeit“ 2014 entnommen werden.


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