Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 48 - 29.06.2022

DGB Hessen Thüringen fordert Debatte, um sozialen Pflichtdienst zu beenden

Sternatz: „Gute Ausbildung für alle ist der beste Weg zur Fachkräftesicherung in Hessen“

Frankfurt, 30. Juni 2022

Anlässlich der heute veröffentlichten Ausbildungsmarktzahlen zeigt sich der DGB Hessen-Thüringen besorgt. Statt über einen sozialen Pflichtdienst zu debattieren, soll die Politik besser die Ausbildung attraktiver gestalten. Dazu erklärt Renate Sternatz, stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen:

„Eine gute Ausbildung ist der beste Weg zur Fachkräftesicherung. Doch die duale Ausbildung scheint ein Attraktivitätsproblem zu haben - oft stimmen die Ausbildungsbedingungen nicht. Die Kosten für Schulmittel oder die Fahrt in den Betrieb oder zur Schule sind zu hoch und die Ausbildungsvergütung gering. An diesen Stellschrauben muss angesetzt werden, damit die duale Ausbildung substanziell aufgewertet und attraktiver für junge Menschen wird. Einen sozialen Pflichtdienst, wie er derzeit gefordert wird, ändert am Fachkräftemangel nichts. Es ist großartig, wenn junge Menschen sich für einen Freiwilligendienst entscheiden. Dieser ersetzt aber kein reguläres Arbeitsverhältnis oder eine gute Berufsorientierung während der Schulzeit.“

Trotz leichtem Anstieg bei den angebotenen betrieblichen Ausbildungsplätzen im Vergleich zum Vorjahr steckt der Ausbildungsmarkt in Hessen weiterhin in der Krise. Wurden im Vor-krisenzeitraum 2018/2019 noch 34.165 betriebliche Ausbildungsplätze in Hessen gemeldet, sind es jetzt nur noch 32.481. Auch die Anzahl der gemeldeten Bewerberinnen und Bewerber ist erneut gesunken. Nur noch 29.599 junge Menschen suchen laut der Agentur für Arbeit einen Ausbildungsplatz. Im Vorkrisenzeitraum 2018/2019 waren es noch 35.874.

Gerade der Rückgang derjenigen, die einen Ausbildungsplatz suchen bereitet dem Deutschen Gewerkschaftsbund große Sorgen.

„Immer weniger junge Menschen wollen eine Ausbildung machen. Das ist höchst besorgniserregend,“ stellt Renate Sternatz fest: „Die duale Ausbildung ist zentral für die Fachkräftesicherung und galt bei jungen Menschen lange Zeit als Garant für eine sichere und gute Zukunft. Dieses Zukunftsversprechen scheint nicht mehr vollumfänglich gegeben. Wir brauchen endlich eine Aufwertung der dualen Ausbildung. Auszubildende brauchen Planungssicherheit und müssen von ihrer Vergütung leben können, gerade auch in Krisenzeiten. Deshalb fordert der DGB eine Ausbildungsgarantie für jeden jungen Menschen. Um dies zu finanzieren und um die Qualität der Ausbildung zu verbessern, soll die Umlagefinanzierung eingeführt werden. Alle Betriebe sind für eine gute Ausbildung und die Fachkräftesicherung verantwortlich.“


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