Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 060 - 01.07.2020

DGB: Warnung vor Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt in Thüringen

Erfurt den 01.07.2020

Anlässlich der veröffentlichten Ausbildungsmarktzahlen warnt der DGB Hessen Thüringen vor einem Einbruch des Ausbildungsmarktes.

In Thüringen gab es laut Agentur für Arbeit im Juni 10.783 betriebliche Ausbildungsstellen, das sind 1.877 (-14,8%) weniger als im Jahr zuvor. Ebenso ist die Zahl der gemeldeten Bewerber für einen Ausbildungsplatz mit 7.810 um 13% gesunken. 3.411 junge Menschen sind noch unversorgt und suchen noch einen Ausbildungsplatz.

„Die Zahlen des Ausbildungsmarktes sind alarmierend. Wir warnen vor einem Einbruch auf dem Ausbildungsmarkt und fordern die Unternehmen und Betriebe auf sich auch in der Coronakrise nicht aus der dualen Ausbildung zurückzuziehen. In Thüringen wurden in den letzten Jahren enorme Fortschritte auf dem Ausbildungsmarkt erreicht. Wir dürfen nicht wieder zurück zu den Zuständen in den 90er Jahren, in denen Ausbildungsplätze Mangelware waren und viel zu viele junge Menschen ohne Ausbildung in Wartschleifen gelandet sind “ zeigt sich Sandro Witt, stellvertretender Bezirksvorsitzender des DGB Hessen-Thüringen besorgt.

Mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ hat die Bundesregierung einen 500 Millionen Euro Schutzschirm für Ausbildung auf dem Weg gebracht, um Auszubildende und Unternehme, die besonders stark von der Coronakrise betroffen sind zu unterstützen. Das Land Thüringen stellt zusätzlich 7,5 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir begrüßen die Bereitstellung der finanziellen Mittel ausdrücklich. Jetzt müssen die Unternehmen die Hilfen auch annehmen und weiter und sogar mehr ausbilden. Die duale Ausbildung ist ein funktionierendes System, dass jungen Menschen eine berufliche Perspektive bietet und den Fachkräftebedarf der Unternehmen sicherstellt. Wenn jetzt nicht weiter ausgebildet wird, schaffen sich die Unternehmen ihren eigenen Fachkräftemangel in den nächsten Jahren.“ so Sandro Witt.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund setzt sich auch in der Coronakrise für die Verbesserung der Ausbildungsbedingungen ein, und fordert, dass die Situation genutzt werden muss um die duale Ausbildung attraktiver zu machen. Sandro Witt dazu: „Um die Wohnsituation und Mobilität von jungen Azubis zu verbessern, schlagen wir die Gründung von Azubiwerken vor. Ähnliche wie bei den Studierendenwerken soll durch sie günstiger Wohnraum geschaffen werden und auch Themen wie das Azubiticket in einer Hand gebündelt werden. Jetzt heißt es nach vorne denken und neue Wege einschlagen.“

Durch die Krise bedingt konnten zahlreiche Veranstaltungen der Berufsorientierung nicht stattfinden. Viele junge Menschen haben sich deshalb noch nicht bei der Arbeitsagentur ausbildungsplatzsuchend gemeldet. Deshalb rät Gregor Gallner, Bezirksjugendsekretär des DGB Hessen-Thüringen den jungen Kolleginnen und Kollegen: „Meldet euch bei der Arbeitsagentur oder den Kammern, wenn ihr einen Ausbildungsplatz sucht. Dort bekommt ihr Beratung und Hinweise auf freie Stellen. Wer keinen Ausbildungsplatz findet, landet oftmals in berufsvorbereitenden Warteschleifen, die für viele junge Menschen gar nicht sinnvoll sind. Noch sind viele Stellen unbesetzt und es gibt Chancen auf einen Ausbildungsplatz!“


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