Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 021 - 31.03.2016

DGB: Geringfügige Beschäftigung als Integrationsinstrument untauglich

Die Arbeitsmarktdaten für den Monat März in Hessen weisen den Arbeitsmarkt als stabil und aufnahmefähig aus. Aus Sicht der Vorsitzenden des DGB Hessen-Thüringen, Gabriele Kailing, kann das eine gute Voraussetzung dafür sein, die aktuellen und künftigen Herausforderungen zu meistern. 

„Die Integration von zugewanderten Menschen sowie von Langzeitarbeitslosen kann gelingen. Entscheidend ist aber, dass bestehende Fehlkonstruktionen aufgelöst und Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden.“

Arbeitseinkünfte müssen existenzsichernd sein, so dass aufstockende Hartz-IV-Leistungen nicht benötigt werden, so Kailing. „Die Zahl der Aufstocker ist rückläufig, hier insbesondere die Zahl der geringfügig Beschäftigten. Dieser Trend ist höchst erfreulich. Geringfügige Beschäftigung, auch Minijob genannt, ist als sogenannte Brücke in den ersten Arbeitsmarkt untauglich und gehört aus gewerkschaftlicher Sicht abgeschafft."

Die geringfügige Beschäftigung ist aus Kailings Sicht schon gar nicht als Integrationsinstrument für Geflüchtete geeignet. „Nur flächendeckende Angebote für Sprach- und Integrationskurse sowie Zugänge zu Aus- und Weiterbildung ermöglichen Integration. Zusätzliche Sanktionen oder Wohnsitzauflagen, wie sie jüngst von Bundesinnenminister Thomas de Maizière vorgeschlagen wurden, sind zudem der falsche Weg und würden den positiven Trend am Arbeitsmarkt sofort wieder beenden.“

Hinweis

Der aktuellste Bericht über die Einkommenssituation erwerbstätiger Hartz-IV-Empfänger (oben Aufstocker genannt) bestätigt eine positive Entwicklung. Die Zahl der Erwerbstätigen in Hessen, die ergänzend auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, ist laut BA-Statistik von Oktober 2014 bis Oktober 2015 um 1,6 Prozent weiter gesunken. Am deutlichsten die Gruppe der geringfügig Beschäftigten (minus 7,4 Prozent). Quelle: Bundesagentur für Arbeit.

 


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