Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 045 - 02.06.2015

DGB: Minijobs untergraben soziale Sicherung

Arbeitsmarkt Hessen Mai 2015

Die Einführung des Mindestlohns ist aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen eine notwendige politische Entscheidung gewesen, weil die anhaltende Stabilität auf dem hessischen Arbeitsmarkt nach wie vor Schattenseiten hat.

Gabriele Kailing, Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen erklärt dazu: „Es gibt keinen ersichtlichen Grund, weshalb das unbefristete Vollzeitarbeitsverhältnis heutzutage nichts mehr taugen soll. Im Gegenteil: Nur so funktioniert überhaupt das System der sozialen Absicherung. Somit ist es kein Verlust, dass die Zahl der Minijobs etwa im gewerblichen Bereich in Hessen seit Beginn des Jahres laut Minijob-Zentrale um 3,3% abgenommen hat.“

Besonders pikant sei aus Kailings Sicht, dass die Minijob-Zentrale momentan vollmundig bei erwerbstätigen Eltern werbe. „Mit Minijobs Familie und Beruf besser vereinbaren - für uns ist das kein tragfähiges Konzept und obendrein noch Verschwendung von Steuergeld. Hierfür sind ganz andere Maßnahmen nötig, wie veränderte betriebliche Arbeitszeitkonzepte oder der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten.“

Gerade die Familien, die dringend auf eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf angewiesen sind, könnten sich keine Minijobber leisten oder arbeiteten wegen des Mangels an Vereinbarkeit selbst als solche.

Noch immer würden mehr als eine halbe Million Menschen in Hessen in unsicheren Minijobs arbeiten, mehrheitlich seien dies Frauen. Ob die obendrein noch steuerlich geförderten 20.000 Haushaltshilfen tatsächlich dazu beitragen, der Schwarzarbeit wirkungsvoll einen Riegel vorzuschieben, sei fragwürdig, so Kailing. Sei es doch ein offenes Geheimnis, dass ein offiziell gering entlohnter Minijob oft dazu missbraucht wird, illegale Beschäftigung zu tarnen.


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