Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18 - 07.03.2019
Thüringen

Gleichberechtigtes Arbeiten und Leben, fairer Lohn, Selbstbestimmung und Schutz vor Gewalt – der Kampf um echte Gleichberechtigung geht weiter!

DGB zum Frauentag

Zum Internationalen Frauentag fordert der DGB Hessen-Thüringen die Landesregierung dazu auf, aktiv die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern. Dazu sagt Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen:

„In Thüringen liegt der Gender Pay Gap, also die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern, bei neun Prozent. So erhalten vollzeitbeschäftigte Männer im Freistaat 2.497 Euro brutto im Monat, Frauen dagegen nur 2.366 Euro. 55,7 Prozent aller Frauen in Thüringen sind in Mindestlohnbranchen beschäftigt. Damit sind weibliche Beschäftigte in diesen Branchen überrepräsentiert.

Hinzu kommt, dass die Hälfte aller Frauen in Thüringen in Teilzeit, Minijobs und atypischen Beschäftigungen arbeiten. Viele von ihnen stecken aufgrund von Pflegezeiten ihrer Kinder und Angehörigen in unfreiwilliger Teilzeit fest. Außerdem sind insbesondere Minijobs für Frauen der direkte Weg in die Altersarmut. Diese müssen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse überführt werden. Die Politik muss die Arbeit am Leben – soziale, personenbezogene und haushaltsnahe Dienstleistungen – die meist von Frauen verrichtet wird, endlich finanziell aufwerten“, so Rudolph.

Die geschlechtsspezifische Arbeit sei nicht nur unterbezahlt, sondern auch mit immer mehr Stress und Belastung verbunden. Die Erhöhung des Personalschlüssels für den Pflege- und Erziehungsbereich habe daher Priorität.

Auch Grundschullehrerinnen und -lehrer (90 Prozent Frauen) würden immer noch weniger verdienen, als andere Lehrkräfte. Der DGB fordert die Besoldungsgleichstellung von Grundschullehrkräften mit anderen Lehrkräften.

Rudolph: „Diese Ungleichheiten führen dazu, dass Frauen überdurchschnittlich oft von Altersarmut betroffen sind. Die Alterssicherungseinkünfte von Frauen sind in Deutschland nicht einmal halb so hoch, wie die der Männer. Die Politik muss hier die Weichen stellen, damit sich die Altersversorgung von Frauen zukünftig nicht weiter dramatisch verschlechtert. Um Frauen zu fördern und zu entlasten, braucht es gezielte Investitionen in bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige Betreuung und Pflege, sowie in Ganztagsschulen."

In Thüringen seien überdurchschnittlich viele Frauen von häuslicher Gewalt betroffen. Der Freistaat verfüge jedoch über zu wenige Schutzplätze für Frauen. Hier müsse die Landesregierung schnell handeln.

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Landesregierung auf Bundesratsebene die Streichung des Paragraphen 218 und 219a eingebracht hat. Es kann nicht sein, dass Frauen bei dem Wunsch, eine Schwangerschaft zu beenden, Informationen vorenthalten und Betroffene immer noch vorverurteilt und kriminalisiert werden. Ebenso fordern wir dringende Verbesserungen beim Entgelttransparenzgesetz und der Brückenteilzeit und erwarten auch hier eine deutliche Positionierung von der Landesregierung.“


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