Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 68 - 29.09.2021

Große Herausforderungen am Arbeitsmarkt jetzt angehen

Frankfurt/Erfurt, 30. September 2021

Der DGB Hessen-Thüringen nimmt die heutige Veröffentlichung der aktuellen Arbeitsmarktzahlen durch die Bundesagentur für Arbeit zum Anlass, auf die großen Herausforderungen am Arbeitsmarkt für die neue Bundesregierung hinzuweisen: „Mini-Jobber*innen, zeitlich befristet Beschäftigte und Solo-Selbständige sind während der Corona-Krise auf der Strecke geblieben. Weil für sie die Schutzmechanismen des Sozialstaats nicht gegriffen haben, bestand zum Beispiel kein Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Die neue Bundesregierung muss daraus ihre Lehren ziehen: Es braucht eine Sozialversicherungspflicht für alle Beschäftigten ab dem ersten verdienten Euro sowie eine wirksame Eindämmung prekärer Beschäftigungsverhältnisse“, fordert der DGB-Bezirksvorsitzende Michael Rudolph und ergänzt: „Die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung beispielsweise ist längst überfällig, hier stand die Union in der Großen Koalition ständig auf der Bremse. Die Gewerkschaften erwarten von einer fortschrittlichen Regierung die bestehenden Probleme am Arbeitsmarkt mutig anzugehen.“

Dazu gehören aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen auch die notwendigen Kraftanstrengungen, um Arbeitsplätze zu sichern und zukunftsfähig zu gestalten. „Das geht nur mit den Beschäftigten gemeinsam. Die Beschäftigten können den Wandel in den Betrieben aber nur dann erfolgreich mitgestalten, wenn sie Sicherheit haben. Es geht eben nicht nur um die ökologische, sondern auch um die soziale Nachhaltigkeit. Eine rein unternehmerische Sicht ist daher völlig fehl am Platz. Wichtig ist die Qualifizierung der Beschäftigten für die Arbeit von morgen. Es gibt bereits Angebote der Arbeitsagenturen, die Weiterbildung ermöglichen und fördern. Jetzt muss es darum gehen, dass die Unternehmen davon auch Gebrauch machen. Die betriebliche Mitbestimmung und die Beteiligung der Betriebs- und Personalräte an innerbetrieblichen Weiterbildungsmaßnahmen kann dabei der Schlüssel zum Erfolg sein.“

Bei der Transformation nicht zu vergessen ist die in der Krise stark angewachsene Zahl von Langzeitarbeitslosen. Rudolph: „Je länger die Arbeitslosigkeit anhält, desto schwerer wird die Vermittlung in Arbeit. Angesichts des demografischen Wandels können wir es uns nicht leisten, auf Arbeits- und Fachkräfte zu verzichten. Hier braucht es rasch mehr Möglichkeiten für abschlussbezogene Nachqualifizierungen und Weiterbildungsmöglichkeiten.“


Nach oben

Kontakt

So er­rei­chen Sie uns
Logo DGB
dgb / ske
DGB Hessen-Thüringen Abteilung Öffentlichkeitsarbeit Wilhelm-Leuschner-Str. 69-77 60329 Frankfurt Telefon 069-273005-52 oder -31 Telefax 069-273005-55
weiterlesen …