Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 015 - 05.03.2015

Unfreiwillige Teilzeit und geringe Löhne verhindern eigenständige Existenzsicherung von Frauen

Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2015 fordert Gabriele Kailing, Bezirksvorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, die Abschaffung von Minijobs und das Ende steuerlicher Fehlanreize: „Frauen müssen heute dazu in der Lage sein, ihre Existenz – auch mit Blick auf zukünftige Rentenansprüche - eigenständig zu sichern. Solange aber steuerliche Fehlanreize und Minijobs Hand in Hand gehen, wird sich das traditionelle Rollenbild nicht ändern. Frauen werden immer das Nachsehen haben, wenn sie auf das Einkommen des Partners angewiesen sind.“ Immer mehr Frauen seien berufstätig, aber viel zu oft in unfreiwilliger Teilzeit mit geringen Arbeitszeitvolumen. Daran ändere auch die positive Arbeitsmarktentwicklung nur wenig. Zwar ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den letzten Jahren gestiegen, aber Frauen konnten davon nicht im gleichen Maße profitieren.

„Unfreiwillige Teilzeit muss endlich der Vergangenheit angehören, deshalb fordern wir auch ein verbindliches Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeitbeschäftigung. Sollen sich die Einkommen von Frauen und ihre Aufstiegschancen verbessern, müssen sie ihre Arbeitszeiten den jeweiligen Lebensphasen anpassen können.“

Mit der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns sei ein erster Schritt getan, um dem Niedriglohn-Fass einen Boden einzuziehen. „Insbesondere die Einkommen von geringfügig Beschäftigten und vor allem von Frauen steigen mit Einführung des Mindestlohns. Denn zwei Drittel der Erwerbstätigen im Niedriglohnsektor sind weiblich. Allein 44.000 vollzeitbeschäftigte Frauen in Hessen bekamen in der Vergangenheit einen Stundenlohn unter 8,50 Euro. Jetzt kommt es darauf an, den Mindestlohn umzusetzen und wirksam zu kontrollieren, denn Arbeitgeber schrecken bei der Umgehung des Mindestlohnes vor fast nichts zurück.“

Es müsse auch Schluss damit sein, dass Frauen für dieselbe Arbeit erheblich geringere Einkommen erzielen als Männer. „Es gibt keinen Grund dafür, dass Frauen in Hessen für dieselbe Tätigkeit 25 Prozent weniger Lohn bekommen als ihre männlichen Kollegen.“ Außerdem seien Frauen sehr oft in Branchen und Berufen beschäftigt, die geringer bewertet und damit auch geringer bezahlt werden. Zudem gebe es für Frauen noch immer die so genannte „gläserne Decke“. In Leitungs- und Spitzenpositionen seien auch in Hessen Frauen nur sehr selten zu finden. In der Summe liege der Entgeltunterschied von Männern und Frauen in Hessen bei nahezu 30 Prozent. Da Frauen aber auch viel häufiger in Teilzeit oder Minijobs beschäftigt seien, addiere sich diese Differenz bis zur Rente auf 50 Prozent und mehr.

Hinweis

Aufruf des DGB zum Internationalen Frauentag 2015

Übersicht über die Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag 2015 im DGB-Bezirk Hessen-Thüringen

 


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