Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 029 - 31.03.2021

Hessen: Der DGB Hessen-Thüringen fordert: Jugendarbeitslosigkeit verhindern und Qualifizierung ermöglichen

Frankfurt, 31. März 2021

Anlässlich der Veröffentlichung der hessischen Arbeitsmarktzahlen durch die Bundesagentur für Arbeit blickt der stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen Sandro Witt mit Besorgnis auf den Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit im letzten Jahr.

Die Jugendarbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen ist in Hessen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 22,3% auf 18.347 Personen angestiegen. Aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen ist dies auf das coronabedingte zurückhaltende Einstellungsverhalten  der Unternehmen zurückzuführen. Für junge Menschen, die ihre Ausbildung abgeschlossen haben erhöht sich die Gefahr nicht übernommen zu werden, wenn es keine tarifvertraglichen Regelungen dazu gibt. Für Berufseinsteiger:innen kommt erschwerend hinzu, dass befristete Arbeitsverträge auf Grund der Pandemielage nicht verlängert wurden.

„Je länger junge Menschen ohne Arbeit sind, desto schwieriger wird es für sie einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Wir müssen unbedingt verhindern, dass sich bei jungen Menschen Arbeitslosigkeit früh verfestigt.“ stellt Sandro Witt, stellvertretender Vorsitzender des DGB Hessen-Thüringen fest. „Es braucht für alle verbindliche Übernahmeregelungen. Sachgrundlose Befristungen gehören abgeschafft. Sie erweisen sich in der Krise wieder einmal als Bremse für junge Menschen.“

Ein weiterer Grund zur Besorgnis ist aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen die steigende Zahl erwerbsloser Menschen ohne Berufsabschluss. Der Anteil Erwerbloser ohne Berufsabschluss ist auf 112.030 Personen, also um 26,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Dies liegt aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen darin begründet, dass in der Pandemie besonders viele Arbeitsplätze für Geringqualifizierte weggefallen sind.

Aus Sicht des DGB Hessen-Thüringen muss eine Corona-Generation um jeden Preis verhindert werden. „Die Jugendarbeitslosigkeit darf sich nicht verfestigen. Es muss ausgebildet und nachqualifiziert werden. Wir müssen alles dafür tun, dass nicht noch mehr Menschen ohne Berufsabschluss dastehen. Es müssen jetzt alle Möglichkeiten genutzt werden. Die Betriebe dürfen ihre Ausbildung nicht zurückfahren und müssen Möglichkeiten der überbetrieblichen Ausbildung nutzen. Zur Not muss aber auch der Staat mit einem Angebot an außerbetrieblicher Ausbildung für junge Menschen einspringen. Aber auch ältere müssen nachqualifiziert werden. Hier müssen alle Anstrengungen verstärkt werden und alle Möglichkeiten genutzt werden, damit sich keine Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt. Eine sinnvolle berufliche Qualifizierung ist der beste Schutz.“ erklärte, Witt, der in überbetrieblichen Ausbildungen ein geeignetes Mittel zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit während der Pandemie sieht.

Eine echte Ausbildungsgarantie ist aus Sicht des Gewerkschafters jetzt notwendig um Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern: „Die Ausbildungsgarantie muss jetzt endlich wirksam umgesetzt werden. Kein junger Mensch darf nach der Schule ohne garantierte Perspektive dastehen. Die Ausbildungsgarantie bietet jungen Menschen eine Perspektive, da sie als Rückfallmöglichkeit das Angebot eines Ausbildungsplatzes bei einem außerbetrieblichen Träger vorsieht. Dabei muss immer das Ziel sein, junge Menschen in eine betrieblichen Ausbildung zu vermitteln.“

 

 


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