Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 52 - 19.06.2019

DGB und GEW: Berufseinstiegsbegleitung in Hessen weiterführen – Arbeitsbedingungen verbessern

Der DGB Hessen-Thüringen und die GEW Hessen fordern die Landesregierung auf, die Finanzierung der Berufseinstiegsbegleitung anteilig mit 50 Prozent, also etwa 15 Millionen Euro pro Jahr, zu übernehmen.

Die große Besonderheit der Berufseinstiegsbegleitung liegt in ihrer Kontinuität. Sie erfolgt nicht, wie in anderen Programmen, bis zur Vermittlung in Arbeit oder in eine Berufsausbildung. Diese Begleitung geht darüber hinaus und hat somit auch einen wertvollen Anteil an der Senkung der Ausbildungsabbruchquote.

Der stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen, Sandro Witt, sagt dazu: „Für viele Jugendliche aus Förderschulen, Schulen mit inklusiver Beschulung und Schulen mit dem Bildungsgang Hauptschule  hat sich die Berufseinstiegsbegleitung als wichtige Unterstützung im Übergang von der Schule in den Beruf erwiesen. Die Bundesagentur für Arbeit ist bereit, ihren Anteil an der Finanzierung auch weiterhin zur Verfügung zu stellen. Jetzt ist das Land gefordert, diese sinnvolle Maßnahme weiterzuführen. Positive Beispiele gibt es dafür: In Thüringen wurde die Weiterführung der Berufseinstiegsbegleitung durch zusätzliche finanzielle Mittel im Landeshaushalt  sichergestellt. Das ist eine politische Entscheidung, die auch in Hessen schlicht eine Frage des politischen Willens ist.“

Jedoch muss die bisherige Vergabepraxis verändert werden: Alle Schülerinnen und Schüler, die abschlussgefährdet sind und inklusiv beschult werden – oder die einen Hauptschulabschluss absolvieren – sollten Anspruch auf die Berufseinstiegsbegleitung haben.

Gleichzeitig müssten die Arbeitsbedingungen für die Berufseinstiegsbegleiterinnen und ‑begleiter verbessert werden, so Maike Wiedwald, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen. „Die in der Regel befristeten Arbeitsverhältnisse mit relativ schlechter Bezahlung bei unterschiedlichen Trägern führen dazu, dass kaum noch qualifizierte Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen mit Erfahrung in diesem Feld gefunden werden. Eine Orientierung an den Qualifikationseinstufungen und Entgeltsätzen des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst muss Grundlage der Ausschreibung und Vergabe an die Träger sein!“, so Wiedwald abschließend.


Hintergrund:

Die Berufseinstiegsbegleitung hat in Hessen einen Beitrag zur Unterstützung leistungsschwächerer Schülerinnen und Schüler beim Übergang von Schule zu Beruf oder in die Ausbildung geleistet. Die Kosten wurden anteilig von der Bundesagentur für Arbeit und dem Europäischen Sozialfonds getragen. Doch diese Förderung läuft in diesem Jahr aus. Noch im Juni muss deshalb über eine Fortführung entschieden werden.

 
Ansprechpersonen:
Maike Wiedwald: 069–971293 -31 (oder -0 / Zentrale)

Hanna Hoeft, Pressesprecherin DGB Hessen-Thüringen
Telefon 0160–3490677

 

Berufseinstiegsbegleitung weiter führen_DGB und GEW (PDF, 594 kB)

DGB Hessen-Thüringen und GEW Hessen fordern Landesregierung auf, die Finanzierung der Berufseinstiegsbegleitung anteilig mit 50 Prozent zu übernehmen.


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