Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 013 - 07.03.2024

DGB zum Internationalen Frauentag in Thüringen

„Frauen wählen": Stimme für mehr Gleichstellung nutzen!

Angesichts zunehmender populistischer, frauen- und europafeindlicher Tendenzen geraten Frauenrechte und der Einsatz für Geschlechtergerechtigkeit immer stärker unter Druck. Auch in Thüringen ist das nicht neu. In den zurückliegenden Jahren mussten z. B. auf Kommunaler- und Landesebene immer wieder Kürzungsvorhaben bei Frauenprojekten und – initiativen abgewehrt werden und eine bessere finanzielle und personelle Ausstattung von Frauenhäusern sowie Beratungsangeboten steht noch aus. Antifeminismus und sexistische Hetze im Netz gehen einher mit einem Rückfall in überholte Rollenzuschreibungen und Strukturen, die Frauen benachteiligen. Wir werden unsere Grundrechte verteidigen, wer Perspektiven will kann auf Frauen nicht verzichten, so Renate Sternatz stellvertretende Vorsitzende des DGB Hessen-Thüringen.

Die Frauen im DGB werben zum Internationalen Frauentag 2024 für ein weltoffenes, demokratisches und sozial gerechtes Thüringen. Europa muss weiterhin als Motor für die gleichberechtigte Teilhabe beider Geschlechter an der Erwerbs- und Sorgearbeit wirken. Unter dem Motto „Frauen wählen“ setzt der DGB zum Internationalen Frauentag 2024 ein Zeichen für die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern ein. Wir fordern alle Wahlberechtigten auf, ihre Stimme zu nutzen und jene politischen Kräfte zu stärken, die gewerkschaftlichen Positionen zu teilen und sich für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen.

Wir fordern die Gleichstellung von Frauen und Männern durch verbindliche europäische Regelungen. Frauen brauchen bessere Chancen auf eine eigenständige Existenzsicherung, armutsfeste Einkommen und ein selbstbestimmtes Leben. Dazu gehören gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, gerechte Steuersysteme ohne Nachteile für Frauen, eine Arbeitswelt und ein Leben frei von Gewalt, eine faire Aufteilung von bezahlter Erwerbs- und unbezahlter Familienarbeit zwischen Frauen und Männern und gute öffentliche Angebote für die Betreuung von Kindern sowie die Versorgung von Pflegebedürftigen.

Die Europäische Union liefert seit ihrer Gründung unverzichtbare Impulse für die Gleichstellung: Die Vereinbarkeitsrichtlinie beispielsweise stärkt die Rolle der Väter und fördert die gerechte Verteilung von Familienarbeit. Die Entgelttransparenzrichtlinie verpflichtet Arbeitgeber zur Lohntransparenz, damit der Grundsatz „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ endlich Wirklichkeit wird.


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