Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 069 - 30.09.2014

Arbeitsmarkt: Wenig Hoffnung für ältere Arbeitslose – politischer Handlungsbedarf ist akut

Zu den heute veröffentlichten Arbeitsmarktdaten für den Monat September in Thüringen erklärt die DGB-Bezirksvorsitzende Gabriele Kailing:

„Die positive Einschätzung des Thüringer Arbeitsmarktes im September ist auf den ersten Blick erfreulich. Auf den zweiten Blick müssen wir erneut feststellen, dass längst nicht alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von einem robusten Arbeitsmarkt profitieren. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat vor wenigen Tagen mit seinem Arbeitsmarktbarometer schlechteres Wetter in Sachen Beschäftigung für die kommenden Monate angekündigt. Trotz aller Dynamik am Arbeitsmarkt lassen sich im Jahresvergleich in Thüringen kaum Veränderungen für ältere Arbeitslose erkennen. 2013 betrug der Septemberwert der Arbeitslosenzahl bei den über 55-Jährigen 23.282, der Septemberwert 2014 liegt mit 22.974 nur wenig darunter.“

Der DGB und seine Gewerkschaften wollen sich jedoch nicht damit abfinden, dass Zehntausende offensichtlich auch langfristig vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen bleiben. Unter ihnen seien insbesondere ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

„Es kann nicht sein, dass Tausende am Ende eines langen Arbeitslebens in die Langzeitarbeitslosigkeit abgeschoben werden.“ Mit den jüngst vom DGB vorgelegten Ergebnissen der Repräsentativumfrage „Gute Arbeit“ werde erneut deutlich, wie groß der politische Handlungsbedarf für eine Neugestaltung der Übergänge in den Ruhestand ist.

„Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften haben Lösungen für gleitende Übergänge vorgeschlagen, die auch den unterschiedlichen Bedingungen in den jeweiligen Branchen gerecht werden. Das können Altersteilzeit, Teilrente ab 60 Jahre oder weitere arbeitsmarktpolitische Angebote wie das bereits länger diskutierte Altersflexi-Geld sein. Politik muss sich endlich der Notwendigkeiten annehmen.“

Hinweis:

Die Studie hat ergeben, dass sich fast drei Viertel der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unter Leistungsverdichtung oder Stress leiden, nicht vorstellen können, bis zum Rentenalter durchzuhalten. Aus Mangel an Alternativen heißt das für ältere Beschäftigte oft, einen Arbeitsplatz aufzugeben, notgedrungen Teilzeit mit Lohneinbußen zu wählen oder sich mit Krankenstand und Arbeitslosigkeit abzufinden.

Nicht einmal ein Drittel der befragten Beschäftigten kann derzeit betriebliche Übergangsmöglichkeiten nutzen. Das ist angesichts der demografischen Situation in vielen Betrieben viel zu wenig.

Erste Ergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit 2014 können hier heruntergeladen werden http://index-gute-arbeit.dgb.de/++co++f32ffae0-3a77-11e4-9e4f-52540023ef1a

 

 


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